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IHKs in MV fordern: Attraktivität der Berufsschulen muss dringend erhöht werden

© Industrieblick / Adobe Stock

Die Attraktivität des dualen Partners Berufsschulen muss nach Ansicht der IHKs in MV erhöht werden. Dabei geht es erstens nicht nur um den Erhalt der Beschulungsstandorte in der Fläche, sondern auch darum, dass Prüfungen und Ausbildungen ins Land geholt werden. So zum Beispiel Mediengestalter Bild und Ton, Bootsbauer oder Tierpfleger. Zur Attraktivitätssteigerung gehört zweitens, dass sofort die Kapazitäten der universitären Berufsschullehrerausbildung erhöht werden müssen. Dies muss nach Ansicht der Kammern vor dem Hintergrund erfolgen, weil in den kommenden zehn Jahren 50 Prozent der Berufsschullehrer in Rente gehen. Und schließlich geht es drittens um eine zunehmende Digitalisierung des Lernens. Mit dem Modell „Haleo“ (Handlungsorientiertes Lernen) haben in die Berufsschulen gezeigt, welche qualitativen Effekte durch die Verknüpfung von traditionellem Lernen in Präsenzveranstaltungen mit dem E-Learning erzielt werden können. Die in den Pilotphasen gesammelten Erfahrungen und erarbeiteten Strukturen und Lerninhalte dürfen nicht verlorengehen, sondern müssen jetzt in den Berufsschulalltag überführt werden.

Diese Forderungen der IHKs sind das Ergebnis ihrer traditionellen Ausbildungsumfrage bei Firmen im Land, die in den zurückliegenden Monaten vorgenommen wurde.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen Licht aber auch Schatten der Rahmenbedingungen beruflicher Ausbildung im Land.

Licht: Die Unternehmen stärken das ehrenamtliche Engagement ihrer Ausbilder in der beruflichen Bildung und integrieren jede Zielgruppe in die Ausbildung. Mit einem hohen Betreuungsaufwand in der Ausbildungstätigkeit gelingt ihnen der Ausbildungserfolg auch für etwas leistungsschwächere Ausbildungseinsteiger. Mit Zusatzangeboten, wie der Förderung der Weiterbildung zu Meistern oder Fachwirten oder fachlichen Zusatzqualifikationen (z.B. 3D- Druck für neue Fertigungsverfahren) wollen sie in der Berufsausbildung die berufliche Karriere fördern.

Schatten: Attraktive Ausbildungsbedingungen liegen nicht alle in der Hand der Unternehmen. Die langen Berufsschulwege machen Ausbildungsangebote für Jugendliche eher unattraktiv. Durchschnittlich 100 Minuten Fahrzeit werden durch die starke Konzentration der Standorte zur Berufsschule benötigt. Ein Ergebnis unter anderem: So viele Unternehmen wie kein Jahr zuvor erhielten gar keine Bewerbungen mehr.