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IHKs und Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern: Das für Februar 2021 zugesagte Azubiticket ist dringend erforderlich

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Zur Steigerung der Attraktivität auch der ländlichen Räume und der Berufsausbildung ist es dringend erforderlich, dass das Azubiticket kommt. Deshalb sollte das Azubiticket spätestens ab dem 1. Februar 2021 verfügbar sein“, sagte Klaus-Jürgen Strupp, Präsident der IHK zu Rostock, nach einem Treffen der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern Mecklenburg-Vorpommerns in Rostock.

Um das Treffen hatte Michael Sack, Landrat des Landkreises Vorpommern-Greifswald, gebeten, um mit der regionalen Wirtschaft über den aktuellen Stand zum Thema Azubiticket zu sprechen. Die Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern bekräftigten dabei die Notwendigkeit der Umsetzung ihrer Forderung zur baldigen Einführung des Azubitickets: Die Landesregierung habe die Berufsschullandschaft zentralisiert und damit für das Land Einsparpotenzial geschaffen.

Nach Auffassung der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern sollte ein solches Ticket allen Schülerinnen und Schülern der berufsbildenden Schulen in erster Linie ermöglichen, kostenfrei die Wegstrecken zwischen Wohnort und Berufsschule bzw. zwischen Wohnort und den Standorten der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) zurücklegen zu können. Weiterhin ist die kostengünstige Nutzung aller Transportmittel des öffentlichen Nahverkehrs während der Ausbildungszeit, aber auch in der Freizeit als wichtiger Bestandteil des Gesamtpaketes „Azubi-Ticket“ umzusetzen. Wenn mit den vom Land bereitgestellten Finanzmitteln kein für die Auszubildenden kostenfreies Azubi-Ticket möglich sein sollte, muss der Eigenanteil der Auszubildenden auf maximal 1 Euro pro Tag begrenzt werden (365-Euro-Ticket).

Jeder 4. Auszubildende pendelt mehr als 90 Minuten
Den Wirtschaftskammern zufolge pendelt jeder 4. Azubi mehr als 90 Minuten zur Berufsschule. Mindestens jeder zweite Ausbildungsbetrieb ersetzt ganz oder teilweise bereits heute schon die Fahrt- oder Unterbringungskosten oder zahlt Zulagen zur Ausbildungsvergütung. Die Kammern waren sich einig: „Wir werben bei den Unternehmen dafür, die Azubis bei deren Mobilität weiter zu unterstützen. Doch auch das Land muss seinen Beitrag leisten. Mecklenburg-Vorpommern ist bald das einzige Bundesland in den neuen Ländern, in dem es noch kein Azubiticket gibt. Zum 1. Januar 2021 wird auch Sachsen-Anhalt ein Azubi-Ticket einführen. Das ist auch für unser Flächenland längst überfällig, zumal die Berufsschullandschaft im Ländervergleich hier am weitesten ausgedünnt ist – denn wir befinden uns nicht nur im Wettbewerb zur Alternative Studium, sondern auch zu angrenzenden Regionen wie Hamburg und Berlin-Brandenburg, wo es das Azubiticket längst gibt.“

Wer die Berufsschullandschaft sowie teilweise auch das ÖPNV-Angebot ausdünne, müsse nun auch dafür Sorge tragen, dass die Attraktivität der ländlichen Räume und der Berufsausbildung durch Maßnahmen wie das Azubiticket erhöht werde, so der einhellige Tenor. Daher setze die regionale Wirtschaft fest auf den Start des Azubitickets zum 1. Februar 2021.