Konjunktur

Wie ist die aktuelle Geschäftssituation der Unternehmen? Welche Erwartungen haben die Unternehmer hinsichtlich zukünftiger wirtschaftlicher Entwicklungen? Und wie sieht das innerhalb einzelner Branchen aus? Welche wirtschaftliche Risiken beeinflussen das Handeln der Unternehmen am stärksten? Kurz: Wie ist eigentlich das Konjunkturklima?

Antworten auf diese Fragen finden Sie auf den folgenden Seiten. Wir bieten Ihnen aktuelle und zukunftsgerichtete Informationen zur konjunkturellen Entwicklung in der Region Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald und in Deutschland.

Konjunktur in der IHK-Region Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern im Herbst 2018

Beurteilung der Wirtschaftslage auf Höchststand - Erwartungen werden vorsichtiger

Die Wirtschaft der Kammerregion ist in einer sehr guten Verfassung. Die Gewinne haben sich positiv entwickelt, die Auftragslage befindet sich auf hohem Niveau. Der überdurchschnittlich sonnige Sommer hat dem Gastgewerbe starken Auftrieb gegeben.

Gleichzeitig gibt es Anzeichen, dass das Wachstum im kommenden Jahr schwächer ausfallen wird. Die Erwartungen der Unternehmen sind aufgrund der internationalen Handelskonflikte und des bevorstehenden Brexits vorsichtiger geworden. Dies bremst ihre Investitionsbereitschaft. Außerdem leiden die Unternehmen unter dem Fachkräftemangel. 42 % der Unternehmen in der IHK-Region können im Durchschnitt 2,5 offene Stellen längerfristig nicht besetzen, so dass die Unternehmen ihr Wachstumspotential nicht ausschöpfen können. Hinzu kommt, dass die Industrie als Konjunkturmotor an Schwung verloren hat. Dies wird sich mit einer gewissen Verzögerung negativ auf die Nachfrage nach industrienahen Dienstleistungen auswirken. Allerdings wird der private Konsum aufgrund der weiterhin positiven Entwicklung der verfügbaren Einkommen nach wie vor die Konjunktur in der IHK-Region stützen. Der Einzelhandel und die haushaltsnahen Dienstleistungsunternehmen werden davon profitieren.

Konjunktur in Deutschland

Konjunktur auf Bundesebene anhand der IHK-Konjunkturumfrage zum Herbst 2018

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) führt die Umfrageergebnisse von allen 79 IHKs zusammen (27000 Unternehmensantworten). Er leitet daraus sein aktuelles Konjunkturbild sowie eine Prognose für das laufende Jahr für die Bundesrepublik Deutschland her.

Die Wirtschaftslage in Deutschland wird insgesamt so gut beurteilt wie bei der Vorumfrage und der Vorjahresumfrage. Am besten und nochmal deutlich besser als im Frühsommer 2018 wird die Lage von der Baubranche eingeschätzt. Gedrückt wird die Lagebeurteilung vor allem von den Industrieunternehmen. Aufgrund der starken Exportabhängigkeit der deutschen Industrie, spürt sie am schnellsten und unmittelbarsten die Folgen der internationalen Handelskonflikte. Da die Industrie deutschlandweit ein höheres Gewicht an der Wirtschaft hat als in der Kammerregion schlägt die verschlechterte Lagebeurteilung der Industrie stärker auf das Gesamtergebnis durch als in der Kammerregion. Die bundesdeutsche Lagebeurteilung fällt auch deshalb im Vergleich zur Vorumfrage schlechter aus als in der Kammerregion, weil hier das Gastgewerbe, das vom „Jahrhundertsommer“ profitiert hat, ein höheres Gewicht hat als in der bundesdeutschen Wirtschaft.

Die Erwartungen sind bundesweit deutlich vorsichtiger als noch bei der Umfrage vom Frühsommer 2018. Der Saldo von „Besser- und Schlechter- Meldungen“ liegt allerdings mit 5 Prozentpunkten über dem der Kammerregion (1 Prozentpunkt) und hat sich auch gegenüber dem von der Vorumfrage weniger verschlechtert als hier. Dementsprechend haben im Bundesdurchschnitt die Unternehmen die Investitionsplanungen weniger stark eingeschränkt als in der hiesigen Kammerregion. Der Saldo aus „Höher- und Geringer-Meldungen“ liegt bei 19 Prozentpunkten (IHK Neubrandenburg: 6 Prozentpunkte). Aufgrund von Kapazitätsengpässen spielen Erweiterungsinvestitionen eine große Rolle und werden von etwa einem Drittel der Unternehmen als vorrangiges Investitionsmotiv angegeben. Ebenfalls ein knappes Drittel gibt Innovationen als Hauptmotiv der Investition an. Damit treiben bundesweit Innovationen viel stärker die Investitionsausgaben als im Kammerbezirk. Wie in unserer IHK-Region ändern die Unternehmen auch deutschlandweit aufgrund des Fachkräftemangels trotz der sich eintrübenden Aussichten ihre Beschäftigungspläne kaum. Sie können schon jetzt offene Stellen oft nicht besetzen und versuchen die vorhandenen Mitarbeiter sich zu sichern und zu halten.

Aufgrund der aktuell vorsichtigeren Einschätzungen der Unternehmen reduziert der DIHK seine Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland im Jahr 2018 nochmals um 0,4 Prozentpunkte auf 1,8%. Das Wachstumstempo wäre damit 2018 geringer als 2017. Für 2019 erwartet der DIHK mit einem BIP-Wachstum von 1,7% eine ähnliche Entwicklung wie in diesem Jahr. Er erwartet einen etwas geringeren Zuwachs bei den Erwerbstätigen (plus 500.000 Erwerbstätige im Vergleich zu 580.000 im Jahr 2018).

Die DIHK-Konjunkturumfrage Herbst 2018 (pdf-Dokument) gibt einen detaillierten Überblick zu den aktuellen Ergebnissen.

Zur schnellen Information über die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland rufen Sie bitte den Konjunkturflyer des DIHK Herbst 2018 ab.