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Das neue Kooperationsprogramm Interreg VI A Mecklenburg-Vorpommern / Brandenburg / Polen – „Mehr als eine Nachbarschaft“

© IHK

„Die Koalitionspartner werden besonders die Chancen durch die dynamische Entwicklung der Metropolregion Stettin (Szczecin) weiter nutzen und diese länderübergreifend mit Brandenburg ausbauen.“ Mit diesem Zitat aus dem Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern leitete Wolfgang Blank, Präsident der IHK Neubrandenburg, den jüngsten virtuellen Wirtschaftskreis Metropolregion Stettin ein. Denn dieser befasste sich mit einem bedeutenden Baustein der grenzüberschreitenden Entwicklung der Metropolregion Stettin, dem neuen Kooperationsprogramm Interreg VI A 2021-2027.

Das Programm liegt der Öffentlichkeit vor und kann bis zum 6. Dezember mit Anmerkungen, Hinweisen und Vorschlägen versehen werden (https://surveys.iu-info.de/371497?lang=de).

„Es war ein langwieriger Prozess, bei dem die Pomerania von Anfang an dabei war“, begann Andrea Gronwald, Geschäftsführerin der Kommunalgemeinschaft Europaregion POMERANIA e. V., ihre Ausführungen. „Wir haben das Programm unter das übergeordnete Ziel ‚Mehr als eine Nachbarschaft: Gemeinsam eine nachhaltige Zukunft im nördlichen Teil des deutsch-polnischen Grenzraums gestalten‘ gestellt.“

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn es bietet einige Neuerungen gegenüber dem vorherigen Programm. Innovation und Klimaschutz wurden als eigenständige Prioritäten formuliert. Eine Verbindung beider bietet sich im Zuge der Entwicklung grenzüberschreitender Forschungs- und Innovationskapazitäten an. Bei der diesbezüglichen Einführung neuer Technologien sind vor allem direkt kleine und mittlere Unternehmen willkommen, Mittel zu beantragen und zusammenzuarbeiten.

Das Programm hat einen Umfang von knapp 156 Mio Euro. Neu ist, dass aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) nur noch 80% finanziert werden. Das bedeutet, dass jeweils 20% Eigenmittel von den Antragstellern eingebracht werden müssen. Die im Vergleich zum vorherigen Programm fehlenden 5% werden in Brandenburg für finanzschwache und nichtkommunale Projektträger von der Landesregierung beigesteuert. Die Pomerania hofft, dass die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern in gleicher Weise auf ihre Anfrage reagiert. Entgegen früherer Befürchtungen wird der Programmraum flächenmäßig nicht eingeschränkt und sehr wahrscheinlich auch die Mecklenburgische Seenplatte und das Gebiet Koszaliński einschließen.

Neben den schon genannten Prioritäten bleibt die Förderung der Nachbarsprache ein Schwerpunkt des Programms. Gerade die Sprachbarriere zwischen Deutschland und Polen erweist sich viel mehr als in anderen Euroregionen weiterhin als Hindernis für die Zusammenarbeit. „Kleine und mittlere Unternehmen, Industrie- und Handelskammern oder Handwerkskammern z.B. könnten dazu Bildungsplattformen einrichten“, erläutert Irena Stróżyńska, stellv. Geschäftsführerin des Vereins der polnischen Gemeinden der Euroregion POMERANIA. In der Verbindung mit der Stärkung des nachhaltigen Tourismus und der Schaffung gegenseitigen Vertrauens werden für diese Arbeit auch Mittel zweier Fonds für kleine Projekte zur Verfügung gestellt.

Ein weiterer Lichtblick sind die in Aussicht gestellten vereinfachten Kostenoptionen, d.h. eine erhebliche Reduzierung der bürokratischen Hürden für die Projektträger.

„Ich freue mich, eingefahrene Strukturen zu überwinden“, so Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg, zum Abschluss der Veranstaltung, „die direkte Einbeziehung von Unternehmen vor allem in den Bereichen Innovation und Nachhaltigkeit sind vielversprechend für die zukünftige Zusammenarbeit in der Metropolregion Stettin.“

In einer Videobotschaft stellte Patrick Dahlemann dem Forum des Wirtschaftskreises Heiko Miraß als seinen Nachfolger im Amt des Parlamentarischen Staatssekretärs für Vorpommern vor, dessen Wirkungsbereich in Zukunft auch das östliche Mecklenburg umfasst.