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Ländersprechtag Brasilien: Süden des Landes interessant für mittelständische Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern

© IHK

Mit der brasilianischen Wirtschaft geht es wieder aufwärts. Das war der Tenor des jüngsten Ländersprechtags Brasilien der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern. „Ein Ende der dreijährigen Wirtschaftsrezession ist abzusehen“, sagte Dietmar Sukop, stellvertretender Geschäftsführer der Deutsch-Brasilianischen Industrie- und Handelskammer in Porto Alegre. Indikatoren dafür sind ein leichtes BIP-Wachstum im vergangenen Jahr, eine sinkende Inflationsrate, fallende Zinsen und eine langsam rückgängige Arbeitslosigkeit. Der Außenhandel kommt wieder in Schwung und die Verbrauchernachfrage steigt.

Für mittelständische Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern könnte vor allem der Süden interessant werden. Sie finden dort Unternehmen ähnlicher Größe und eine Reihe von Branchen, die auch hier stark vertreten sind wie Medizintechnik, Biogas, Umwelttechnik, Recycling und Altlastensanierung.

Hinzu kommen die gemeinsamen kulturellen Wurzeln und eine damit verbundene europäische Geschäftskultur, die am Ende des 19. Jahrhunderts durch pommersche Auswanderer nach Brasilien getragen wurden. „Wir fühlen uns der Mentalität sehr nah“, betonte Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg und führte weiter aus: „Wir sind mehrfach darauf hingewiesen worden, die Kontakte nach Brasilien auf keinen Fall abbrechen zu lassen.“

Einige Unternehmen gehen mit gutem Beispiel voran. Der Markteintritt lässt sich dabei auf unterschiedliche Weise realisieren, über private Pilotprojekte z.B. oder auch vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte Forschungsprojekte der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG). Auch die brasilianische Seite bietet Fördermöglichkeiten. Allen ist gemeinsam, dass sie den Kontaktaufbau unterstützen, das A und O für eine Etablierung auf dem brasilianischen Markt. Für den Einstieg riet Sukop den Unternehmen dringend, Beratung zu suchen, denn „Brasilien hat ein komplexes Steuersystem, auch die Bürokratie stellt eine hohe Hürde dar.“

Die IHK Neubrandenburg unterstützt die Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern bei ihrer Geschäftstätigkeit in Brasilien und prüft dazu auch das Interesse an einer Delegationsreise.


Im Foto: Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg, der Torgelower Unternehmer Günter Müggenburg, Ralf Sippel aus dem Wirtschaftsministerium und Dietmar Sukop von der Deutsch-Brasilianischen Handelskammer in Porto Alegre.