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Ländersprechtag Südafrika: persönliche Kontakte erschließen den Markt

© IHK

Die Wirtschaft Südafrikas hat im letzten Jahrzehnt keine gute Entwicklung genommen. Im Gegenteil, sie war geprägt von Korruption, Stagnation und hoher Arbeitslosigkeit. Ganze Wirtschaftszweige sind zugrunde gegangen. Mit der Bestätigung von Präsident Cyril Ramaphosa im Amt in Folge der jüngsten Parlamentswahlen könnten sich nun aber neue Perspektiven eröffnen, da dieser auf breite Reformen setzt.

Die Frage, welche Chancen sich daraus für Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern für einen Markteinstieg ergeben und wie dieser zu gestalten ist, stand im Mittelpunkt des Ländersprechtags Südafrika in der IHK Neubrandenburg.

Frank Aletter, stellv. Geschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika, betonte die diversifizierte Struktur der Wirtschaft des Landes, die viele Anknüpfungspunkte bietet. Aktuelle Trendsektoren sind Industrie 4.0, Digitalisierung, Gesundheitswirtschaft, Lebensmittel- einschließlich Verpackungsindustrie. Aber auch arbeitsintensive Sektoren wie Metallverarbeitung, Energie, Landwirtschaft, Bergbau, Chemie- und Textilindustrie stehen im Fokus der Regierung, um die Arbeitslosenzahlen zu reduzieren. Gleichzeitig müssen dringend die Berufsausbildung verbessert und weitere Qualifizierungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Heger, der auf nahezu zwei Jahrzehnte praktische Erfahrung mit seinem Unternehmen GeoMess Technik in Südafrika zurückblickt, nahm das Thema Fachkräftemangel auf. Da zur Bedienung und Wartung der von ihm vertriebenen Messgeräte oft die entsprechende Ausbildung fehle, habe er die Geräte weiter entwickelt und automatisiert.

Beide Referenten hoben die große Bedeutung von persönlichen Kontakten für die Geschäftsanbahnung in Südafrika hervor. Telefon, E-Mail sind wenig hilfreich, direkte Gespräche sind das A und O, eine Unternehmerreise wäre daher empfehlenswert. AHK und IHK würden diese in enger Zusammenarbeit und individuell auf die interessierten Unternehmen ausgerichtet vorbereiten. Je nach Branchen wären verschiedene Städte in Betracht zu ziehen: Johannesburg als das größtes Wirtschafts- und Logistikzentrum, aber auch Kapstadt oder Durban. Ein Abstecher in das nahe Mosambik würde sich ebenso anbieten, denn durch die früheren engen Beziehungen zur damaligen DDR gäbe es dort noch viele Fachkräfte mit fließenden Deutschkenntnissen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass Unternehmen mit einiger Exporterfahrung den Schritt ins südliche Afrika wagen können und sollten, wir unterstützen und beraten Sie gern!

Die Präsentation von Herrn Aletter finden Sie hier.