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Tourismus im deutsch-polnischen Norden: Alle Türen offen für grenzüberschreitende Zusammenarbeit

© Michal Abkowicz

Für die erste Präsenzveranstaltung nach einem Jahr hatte der jüngste Wirtschaftskreis Metropolregion Stettin einen besonderen Ort gewählt: den südöstlich von Szczecin gelegenen Binowo Park Golf Club. Passend dazu diskutierten die ca. 40 Gäste aktuelle Herausforderungen für die Tourismusbranche und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Westpommern. „Wir haben uns bewusst das heutige Thema vorgenommen, da der Tourismus die Branche war, die in der Corona-Pandemie am meisten gelitten hat und darum kämpft, die Verluste auszugleichen. Deshalb sollten wir die Potenziale beiderseits der Grenze nutzen und weiter ausbauen“, erläuterte Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg, zu Beginn des Wirtschaftskreises.

Rasch stellte sich heraus, dass es viele Anknüpfungspunkte für solch eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit gibt. Auch die Probleme ähneln sich. Der schon vorhandene Fachkräftemangel hat sich in den letzten beiden Jahren noch verschärft. Auf der polnischen Seite wird versucht, diesem mit dem Einsatz ukrainischer Arbeitskräfte zu begegnen, vor allem im direkten Service.

„Wir haben ein nicht optimiertes System im Tourismus“, erklärt Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. „Diese Optimierung zu erreichen, ist unsere Zukunftsaufgabe.“ Bei den möglichen Reserven stehen die personellen Ressourcen oben auf der Liste, aber auch die Orientierung auf höhere Qualität der Angebote. Das gilt auch für einige Orte in Westpommern. „Swinemünde ist voll! Es braucht keine zusätzliche Vermarktung“, führt Artur Pomianowski, Direktor des Büros der Regionalen Westpommerschen Tourismusorganisation (ZROT), aus.

Der Tourismus in der Metropolregion Stettin wird teilweise schon grenzüberschreitend gedacht, z.B. beim Ausbau des Radwegesystems. Dennoch ist viel Potenzial noch ungenutzt wie die Zusammenarbeit bei Bus- und Gruppenreisen. Auch der Golftourismus, dessen Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern nach der Wende eine Erfolgsgeschichte darstellt, könnte gemeinsam deutsch-polnisch vermarktet werden. “Alle Türen stehen offen für eine Zusammenarbeit“, so das Angebot von Rüdiger Born, Präsident des Golfverbands Mecklenburg-Vorpommern, an die polnischen Kollegen. Die IHK Neubrandenburg und das Haus der Wirtschaft in Szczecin unterstützen dabei gern.