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IHK informiert: Ab 1. August gelten Neuregelungen für Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter

Am 1. August ist es soweit: Das Gesetz zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter vom 17. Oktober 2017 tritt vollständig in Kraft. Damit wird für Wohnimmobilienverwalter erstmals eine Erlaubnispflicht eingeführt. Weiterhin müssen sich Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter im Umfang von 20 Stunden innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren weiterbilden.

Voraussetzung für die Erteilung der Erlaubnis an Wohnimmobilienverwalter, d. h. Wohnungs­eigentums- oder Mietwohnungsverwalter, ist neben dem Nachweis der Zuverlässigkeit und dem Vorliegen geordneter Vermögensverhältnisse der Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung. Die Mindestversicherungssumme beträgt 500.000 Euro für jeden Versicherungsfall und 1.000.000 Euro für alle Versicherungsfälle eines Jahres.

Gewerbetreibende, die vor dem 1. August Wohnimmobilien verwaltet haben und diese Tätigkeit nach dem 1. August weiterhin ausüben wollen, sind verpflichtet, bis zum 1. März 2019 eine Erlaubnis nach § 34c Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 zu beantragen.

Auch die gewerbsmäßige Verwaltung von Ferienwohnungen und Ferienhäusern für Dritte fällt unter die Erlaubnispflicht nach § 34c Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 GewO. Ferienwohnungen und Ferienhäuser sind Mietverhältnisse über Wohnraum im Sinne des § 549 BGB. Die Verwaltung der eigenen Ferienwohnung(en) fällt dagegen nicht unter die Erlaubnispflicht, es handelt sich hierbei nicht um eine gewerbsmäßige Tätigkeit, sondern um die Verwaltung eigenen Vermögens.

Die Weiterbildungsverpflichtung richtet sich fachlich nach der ausgeübten Tätigkeit. Die inhaltlichen Anforderungen sind an den Vorgaben der Makler- und Bauträgerverordnung auszurichten. Die Weiterbildung kann in Präsenzform, in einem begleiteten Selbststudium, durch betriebsinterne Maßnahmen des Gewerbetreibenden oder in einer anderen geeigneten Form erfolgen. Bei Weiterbildungsmaßnahmen in einem begleiteten Selbststudium ist eine nachweisbare Lernerfolgskontrolle durch den Anbieter der Weiterbildung erforderlich. Der Anbieter der Weiterbildung muss sicherstellen, dass die in der Makler- und Bauträgerverordnung aufgeführten Anforderungen an die Qualität der Weiterbildungsmaßnahme eingehalten werden.

Die zur Weiterbildung verpflichteten Gewerbetreibenden sind verpflichtet, für sich und ihre zur Weiterbildung verpflichteten Angestellten Nachweise über Art und Umfang der absolvierten Weiterbildungsmaßnahmen zu sammeln und fünf Jahre aufzubewahren. Die Aufbewahrungsfrist beginnt mit dem Ende des Kalenderjahres, in dem die Weiterbildungsmaßnahme durchgeführt wurde.

Weiterführende Informationen sind in unserem Merkblatt zu finden.