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IHK informiert: Datenschutzauskunft-Zentrale ist keine hoheitliche Stelle!

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In großem Umfang versendet eine sogenannte Datenschutzauskunft-Zentrale (DAZ) derzeit Faxvordrucke an Unternehmen, um diese zu einer Erfassung „zum Basisdatenschutz nach EU-DSGVO“ zu bewegen. Der Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität hat hierzu eine Warnung ausgesprochen.

Mehrfach taucht in dem Anschreiben der DAZ und in dem beigefügten Formular der Hinweis auf die rechtlichen Verpflichtungen nach dem neuen EU-Datenschutzrecht auf. Dies erweckt den Eindruck, dass die Erfassung bei der Datenschutzauskunft-Zentrale gesetzlich verpflichtend ist. „Wir weisen die Unternehmen ausdrücklich darauf hin, dass eine solche Verpflichtung zur Unterzeichnung des übersandten Formulars der Datenschutzauskunft-Zentrale nicht besteht“, betont Andrea Grimme, Koordinatorin für Recht und Steuern bei der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern. “Wer das Kleingedruckte aufmerksam liest, stellt fest, dass man mit der Unterschrift auf dem Formular einen Vertrag mit mindestens dreijähriger Laufzeit eingeht, mit einem Jahresbeitrag von 498 Euro netto.“ Im Gegenzug soll der Unternehmer Informationsmaterial und Muster zur Umsetzung der DSGVO erhalten.

Die IHK rät den Unternehmen, eingehende Angebote gründlich zu prüfen. „Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen, um Ihre Unterschrift zu leisten“, rät Andrea Grimme. „In Zweifelsfällen können Sie immer bei der IHK nachfragen.“