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IHK informiert: Gesetz zur Brückenteilzeit verabschiedet

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Der Bundestag hat am 18. Oktober das Gesetz zur Brückenteilzeit beschlossen. Damit erhalten Arbeitnehmer mit Beginn des neuen Jahres einen gesetzlichen Anspruch auf zeitlich begrenzte Teilzeit. Die neue Regelung gilt für Betriebe mit mehr als 45 Beschäftigten. Die IHKs hatten sich über ihren Dachverband, den DIHK, mit einer ausführlichen Stellungnahme im Gesetzgebungsverfahren eingebracht. „Wir haben insbesondere kritisiert, dass das Regelwerk sehr bürokratisch ist und im Ergebnis die Fachkräfteengpässe in vielen Unternehmen verschärfen kann“, so Heide Klopp, Leiterin des Bereichs Recht/E-Government in der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern. Es sei nicht nachvollziehbar, warum ein neuer Rechtsanspruch geschaffen wurde, dessen Umsetzung mit einem sehr hohen Aufwand in den Unternehmen verbunden ist. „In den klassischen Lebenslagen, in denen eine vorübergehende Teilzeitbeschäftigung gewünscht und erforderlich ist, nämlich Zeiten der Kinderbetreuung und Pflege von Familienangehörigen, gibt es bereits jeweils spezialgesetzliche Regelungen, die dies ermöglichen“, so Klopp weiter. „Völlig außen vor gelassen wird auch, dass die Unternehmen selbst ein hohes Interesse haben, attraktive Arbeitgeber zu sein, und deshalb bereits unterschiedliche freiwillige Leistungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf anbieten.“

Arbeitgeber müssen nun für jeden Teilzeitbeschäftigten dokumentieren, welche Art von Teilzeit er in Anspruch nimmt. Das ist nicht allein für den Anspruch auf Rückkehr in Vollzeit wichtig, sondern ggf. auch für die Anzahl der zu gewährenden Brückenteilzeitstellen. Hierzu hat der Gesetzgeber ein nach Betriebsgröße gestaffeltes System eingeführt. Insgesamt ist zu erwarten, dass sich der Verwaltungsaufwand für die Unternehmen dadurch deutlich erhöhen wird.