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Steuerfachleute und Finanzverwaltung im Gespräch

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Im Juni trafen sich der Steuergesprächskreis der IHK Neubrandenburg und der Rechts-­, Steuer- und Finanzausschuss der IHK zu Rostock mit Anke Niedergesäß, Abteilungsleiterin Steuern des Finanzministeriums sowie Vorsteherinnen und Vorstehern der Finanzämter MV. Die Corona-Situation hat beide Teile in diesem Jahr vor besondere Herausforderungen gestellt. Seit März dieses Jahres hatte die Finanzverwaltung eine Vielzahl an Stundungsanträgen und Anträgen auf Anpassungen der Vorauszahlung zu bearbeiten. Auf die Steuerberater kamen mit der hilfestellenden Leistung für ihre Mandanten zur Beantragung von Kurzarbeitergeld, Überbrückungshilfen und Finanzierungszuschüssen eine Vielzahl an Mehraufgaben zu. Neben dem daraus resultierenden anspruchsvollen Termin- und Fristenregime war ein weiteres Thema die elektronische Kommunikation. Hier werden Verbesserungen bei der datensicheren Übermittlung von Unterlagen benötigt.

Einen besonderen Platz nahmen die geplanten Maßnahmen mit dem Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz in Anspruch. Insbesondere die befristete Senkung des Umsatzsteuersatzes für alle sowie die Sonderregelung für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen für ein Jahr stellen alle Betroffenen vor besondere Umsetzungsherausforderungen. Hier suchten die Fachleute praxisgerechte Lösungen.

Weiteres Thema war die Kassenführung. Im Jahr 2019 fanden die ersten Kassennachschauen statt. Diese wurden eher präventiv eingesetzt und sollten den Unternehmern auch dabei helfen, mit ihrem System ordnungsgemäß umzugehen. Manch ein Unternehmer war überrascht, was für vielfältige Möglichkeiten sein Kassensystem bietet. Der Übergang zu einer Betriebsprüfung war bislang eher die Ausnahme.

Als letztes Thema wurde die bevorstehende Grundsteuerreform angesprochen. Auch dazu hat die Corona-Pandemie zu Verzögerungen geführt. Da ab 1. Januar 2025 die Veranlagung aufgrund der geänderten Rechtslage erfolgen muss, waren sich alle Beteiligten einig, dass die Umsetzung zeitnah stattfinden sollte.