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Urlaubszeit – Was Arbeitgeber wissen müssen

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Nächste Woche beginnen in Mecklenburg-Vorpommern die Sommerferien. Zahlreiche Mitarbeiter aus den Unternehmen werden dann ihren Jahresurlaub antreten. Rund um das Thema Urlaubsrecht gibt es zu Einzelfragen immer wieder Unsicherheiten.

„Die Grundlagen des Urlaubsrechts sind im Bundesurlaubsgesetz geregelt“, erläutert Andrea Grimme, Koordinatorin für Recht und Steuern bei der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern. „Hier ist z. B. der gesetzliche Mindesturlaub von 24 Werktagen pro Jahr verankert. Weniger als diese 24 Tage können in Arbeitsverträgen nicht wirksam vereinbart werden“. Dabei gilt der Samstag als Werktag. Wird samstags im Unternehmen nicht gearbeitet, beträgt der Mindesturlaub somit 20 Tage. „Als Faustformel können Unternehmer sich merken, dass jeder Mitarbeiter im Jahr vier Wochen frei hat“, so Andrea Grimme. Entsprechende Anpassungen gelten für Teilzeitkräfte. Arbeitet ein Mitarbeiter beispielsweise nur an drei Tagen die Woche, so beträgt sein Urlaubsanspruch 12 Tage (24 x 3 : 6).

Grundsätzlich ist der Urlaub im laufenden Kalenderjahr vom Arbeitnehmer in Anspruch zu nehmen. Lediglich dann, wenn aus persönlichen Gründen (Krankheit) oder dringenden betrieblichen Gründen der Urlaub im laufenden Kalenderjahr nicht genommen werden kann, ist es möglich, diesen in das erste Kalendervierteljahr des Folgejahres zu übertragen.

Da der Urlaub der Erholung der Mitarbeiter dient, ist eine Abgeltung in Geld grundsätzlich nicht zulässig. Ausnahmen können beispielsweise gelten, wenn der Arbeitnehmer aus dem Unternehmen ausscheidet und er auch während der Kündigungsfrist keine Möglichkeit hat, den Urlaub zu nehmen (z.B. wegen Erkrankung).

Die zeitliche Einordnung des Urlaubs erfolgt grundsätzlich nach den Wünschen des Arbeitnehmers. Bei konkurrierenden Urlaubsansprüchen innerhalb der Belegschaft muss der Arbeitgeber abwägen. „Nach der gesetzlichen Wertung müssen hierbei soziale Aspekte berücksichtigt werden. Mitarbeiter mit schulpflichtigen Kindern sind zum Beispiel in den Ferienzeiten vorranging zu berücksichtigen“, erläutert Andrea Grimme.

Weitere Einzelheiten zum Urlaubsrecht können Sie auch dem IHK-Merkblatt entnehmen. Dort finden Sie insbesondere auch Berechnungsbeispiele für den Urlaubsanspruch von Teilzeitkräften.