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IHK: Gewerbliche Wirtschaft schöpft wieder Hoffnung

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Nach vielen düsteren Prognosen und von Inflation, Krieg und Krisen geprägten Monaten hat sich die Stimmung der gewerblichen Wirtschaft in der Mecklenburgischen Seenplatte und Vorpommern-Greifwald aufgehellt. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern hervor. „Auch wenn wir längst noch nicht von einem Aufschwung reden können, schöpfen die Unternehmen in der Region zum Frühsommer wieder Hoffnung“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Torsten Haasch die neuen Ergebnisse.

So beurteilen die Firmenchefs ihre Lage wieder günstiger, auch die Geschäftserwartungen, Investitions- und Beschäftigungspläne für die kommenden zwölf Monate drücken wieder mehr Optimismus aus als noch zu Jahresbeginn. Insbesondere das Dienstleistungs- und Verkehrsgewerbe zeigt sich mit den laufenden Geschäften zufriedener. Handel und Gastgewerbe hoffen, von den gestiegenen Reallöhnen zu profitieren und erwarten daher bessere Zeiten.

Aktuell überwiegen vor allem im Handel die negativen Stimmen noch sehr deutlich. Außerdem zeigen sich im Bau und in der Industrie noch keine Aufschwungsignale. Im Vergleich zur Vorumfrage haben sich die Lage und die Erwartungen in diesen beiden Branchen kaum verändert. Insbesondere die hohen Energiepreise stehen einem Aufschwung in der Industrie entgegen. 85 Prozent der Industrieunternehmen sehen in den Energie- und Rohstoffpreisen ein Risiko für ihre Geschäftsentwicklung.

Es ist nicht nur die Höhe der Energiekosten, die den Unternehmen aller Branchen Sorgen bereitet. „Die mangelnde Berechenbarkeit der aktuellen Energie- und Umweltpolitik erhöht das Risiko vieler Investitionen und bremst damit die Investitionsbereitschaft“, so Frank Benischke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft mbH und Vizepräsident der IHK.

Damit die aktuellen Hoffnungsschimmer nicht im Keim ersticken, muss die Politik aktiv werden. Ein großer Teil der Unternehmen sieht seine Geschäfte gleich von mehreren Geschäftsrisiken gleichzeitig bedroht. Die regionale Wirtschaft fordert deshalb vor allem

  • sichere und bezahlbare Energieversorgung
  • keine weiteren Kostenbelastungen der Unternehmen
  • Reibungslose staatliche Prozesse bei der Fachkräfteeinwanderung
  • Planungssicherheit für Unternehmensentscheidungen
  • Bürokratieabbau auf allen Ebenen
  • eine beschleunigte Digitalisierung von Verwaltungsprozessen

Insgesamt wurden 836 Unternehmen aus den Branchen Industrie, Bau, Handel, Dienstleistungen, Verkehr und Gastgewerbe zwischen dem 25. März und 26. April befragt. Davon hatten 35 Prozent geantwortet.