Integration von Flüchtlingen in Unternehmen

Die berufliche Integration von Flüchtlingen wird auch die Arbeit in unserer Region in den kommenden Jahren prägen. Die Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Entscheidend ist eine längerfristige Sicht, da sich Integrationserfolge erst über einen großen Zeitraum zeigen. Die IHK Organisation bietet verschiedene Unterstützungsleistungen für Unternehmen, die ihren Beitrag zur Integration in die Gesellschaft durch Ausbildung und Beschäftigung leisten.

Viele Unternehmen können sich vorstellen, Flüchtlingen eine Chance für den beruflichen Einstieg zu geben. Was müssen Sie beachten, wo finden Sie erste Übersichten und Ansprechpartner, so Sie geflüchtete Menschen in Ihrem Unternehmen beschäftigen wollen?

Überblick zur Beschäftigung von Geflüchteten

Der DIHK veröffentlichte kürzlich einen Leitfaden zur Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung.

Für einen ersten Überblick können zudem die Informationsbroschüren des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, sowie die Übersicht der Arbeitsagentur verwendet werden. Weitere kompakte Informationen für Unternehmen zum Einstieg in eine gelingende Beschäftigung von Flüchtlingen finden Sie auf der Fachkräfteseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Für eine erste Orientierung werden häufig gestellte Fragen - beispielsweise zu den Voraussetzungen der Arbeitsaufnahme von Flüchtlingen - nachfolgend beantwortet.

  • Flüchtling: Die Eigenschaft als "Flüchtling" ist eine Möglichkeit, einen Aufenthaltstitel zum Beispiel in Deutschland zu bekommen. 
  • Asylbewerber: Das deutsche Grundgesetz kennt den Begriff "Flüchtling" nicht, sondern verwendet den Begriff "Asyl". Asylbewerber haben das Asylverfahren noch nicht abgeschlossen und genießen damit (noch) keine Anerkennung als Flüchtling. Sie besitzen lediglich eine Aufenthaltsgestattung.
  • Geduldete: ist der Status der Aussetzung der Abschiebung aus wichtigem Grund, wie z.B. der Beginn einer vollqualifizierenden Berufsausbildung vor dem 21. Lebensjahr.
  • Anerkannter Flüchtling: ist der Aufenthaltstitel nach erfolgreichem Abschluss des Asylverfahrens. Dieser berechtigt zum uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. 
  • Zuwanderer: Überschreiten Menschen im Zuge ihrer Migration Ländergrenzen, werden sie aus der Perspektive des Landes, das sie betreten, Zuwanderer genannt.
  • Migrant: Zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund im engeren Sinne gehören alle Zugewanderten und alle in Deutschland geborene Ausländer/-innen.

Asylbewerber dürfen nur arbeiten, wenn sie mindestens drei Monate in Deutschland sind und der Arbeitgeber keine anderen Beschäftigten aus Deutschland, der EU oder unter den anerkannten Flüchtlingen und Asylberechtigten für die Stelle findet. Erst nach 15 Monaten dürfen Asylbewerber uneingeschränkt arbeiten.

Die betreffenden Personen können sich mit ihren jeweiligen Dokumenten bei Arbeitgebern ausweisen. Sowohl in die Aufenthaltsgestattung als auch in das Duldungsdokument kann von der zuständigen Ausländerbehörde eine sogenannte Nebenbestimmung eingetragen werden, die Auskunft zu den Möglichkeiten der Erwerbstätigkeit gibt.

Für die Aufnahme eines Praktikums benötigen Asylsuchende und Geduldete grundsätzlich eine Erlaubnis der Ausländerbehörde, wobei die Bundesagentur für Arbeit der Erteilung zustimmen muss. Die Adressen der zuständigen Ausländerbehörden für detaillierte Auskünfte finden Sie unter der Frage: An wen muss ich mich wenden?

Mit der geänderten Beschäftigungsverordnung vom 29. Juli 2015 wird der Zugang zu bestimmten Praktika für Asylsuchende und Geduldete zukünftig erleichtert. Dazu zählen:

Die Vermittlung in Praktika, insbesondere in Einstiegsqualifizierungsmaßnahmen, wird über die Bundesagentur für Arbeit vermittelt (vgl. Ansprechpartner).

Unterstützung gibt es zudem beim bundesweiten Netzwerk "Unternehmen integrieren Flüchtlinge".

Sobald der Asylbewerber eine abhängige Beschäftigung aufnimmt, wird er automatisch Mitglied in der Deutschen Sozialversicherung (Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung, Krankenversicherung, Unfallversicherung und Pflegeversicherung). Dies gilt unabhängig vom Flüchtlingsstatus. Mit der Anmeldung der Beschäftigung bei seiner Krankenkasse erhält er eine Sozialversicherungsnummer und eine Mitgliedsbescheinigung für den Arbeitgeber. Der Eintritt der Versicherungspflicht begründet grundsätzlich auch den Leistungsanspruch gegenüber dem jeweiligen Versicherungsträger.

Diese Frage wird auf der Seite MiniJob-Zentrale.de beantwortet.

Kontaktdaten der Arbeitsagenturen und Jobcenter

Arbeitgeber haben zudem die Möglichkeit für freie Stellen die Jobbörse zu nutzen. Darüber hinaus gibt es spezielle Integrationsteams und Schnittstellen zu Akteuren im Bereich der Flüchtlingsintegration in allen Arbeitsagenturen und Jobcentern.

Integrationslotsen

Ausländerbehörden

  • Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
  • Stadt Neubrandenburg
  • Stadt Waren
  • Stadt Neustrelitz
  • Landkreis Vorpommern-Greifswald
  • Stadt Greifswald
  • Stadt Anklam

Projekte über die Strukturfondsförderung des Landes und der EU 

  • Regionalbeirat Vorpommern-Greifswald
  • Regionalbeirat Mecklenburgische Seenplatte

Ein Verzeichnis mit möglichen Beratungsstellen sowie Informationen über die vielfältigen Integrationsangebote in Wohnortnähe sind auf der Seite des Auskunftssystems des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Web-GIS) zu finden: http://webgis.bamf.de/BAMF/control

Regional tätige Organisationen

Bundesweit tätige Organisationen

Von den Initiatoren der Webseite Anerkennung in Deutschland wurde die „Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland“ gestartet. Hier werden Ihre Fragen zum Thema Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse auf Deutsch und Englisch beantwortet. Erreichbar ist die Hotline Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 15 Uhr MEZ unter der Nummer: +49 30 1815-1111.

Die individuelle Erstberatung zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse kann vor Ort durch die IHK Neubrandenburg erfolgen

Die nachfolgenden Links verweisen auf Angebote zur Information für Flüchtlinge

Dieses System aus Lernen und Arbeiten ist in Deutschland die wichtigste Säule der beruflichen Bildung und weltweit hoch angesehen. Das Duale System ist im internationalen Vergleich das beste Modell zur Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt, weil es eng an das Beschäftigungssystem gebunden ist. Auch deshalb ist die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland die geringste in der Europäischen Union.

Was die Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule im Einzelnen auszeichnet, erläutert die achtseitige Publikation "Das duale System" jetzt auch auf Arabisch:

Steuerliche Maßnahmen zur Förderung von Flüchtlingshilfe

Für Spenden zur Flüchtlingshilfe, die bis zum 31.12.2016 auf ein Flüchtlingssonderkonto eingezahlt werden, wird als Nachweis lediglich der Bareinzahlungsbeleg, die Buchungsbestättigung oder der PC-Ausdruck vom online-Banking benötigt. Eine Zuwendungsbestätigung nach amtlichem Muster ist nicht erforderlich.

Förderrichtlinien der Strukturfonds

Im Rahmen der Europäischen Strukturfonds wird die gemeinschaftliche Förderung von Flüchtlingen und anderen hilfebedürftigen Personengruppen für eine zielgerichtete Integration in den Arbeitsmarkt weiterentwickelt. 

Pilotprojekte und Programme der Arbeitsagentur

Wenn Sie Geflüchteten und Migranten beschäftigen möchten hilft Ihnen der Arbeitgeberservice gern weiter. Unter der kostenlosen und einheitlichen Service Rufnummer: 0800 - 4 5555 20 erreichen Sie den Ansprechpartner für Ihre Region und Branche.

Abgelehnte Asylsuchende und geduldete Ausländer, welche bereits in Ausbildung sind oder diese konkret anstreben, eröffnet die „Ausbildungsduldung“, auch bekannt als „3+2-Regelung“ eine Bleibeperspektive in Deutschland. Die Neuregelung des Integrationsgesetztes (§ 60a Absatz 2 Satz 3 AufenthG) ermöglicht seit August 2016, eine Duldung für die Dauer einer Berufsausbildung. Nach Beendigung dieser, werden dem Geduldete weitere 6 Monate zum Zweck der Beschäftigungssuche sowie weitere 2 Jahre bei Arbeitsaufnahme gewährt. Ausbildungsunternehmen erlangen dadurch Planungssicherheit für den gesamten Ausbildungszeitraum, aber auch Mitwirkungspflichten.

Merkblatt zur Ausbildungsduldung

Bei den rechtlichen Hinweisen auf dieser Seite handelt es sich lediglich um vereinfachte Zusammenfassungen aus den Publikationen des BAMF und der Arbeitsagentur. Eine Einzelfallprüfung muss immer erfolgen. Ausführliche Informationen finden Sie auf den Webseiten des BAMF.