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Kopfschütteln über Mehrwertsteuersenkung im IHK-Handelsausschuss

© Robert Kneschke / Adobe Stock

Die geplante Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 16 Prozent und von sieben auf fünf Prozent stößt bei den meisten Einzelhändlern aus der Kammerregion auf Unmut. In der jüngsten digitalen Runde von Mitgliedern des IHK-Handelsausschusses hatten alle virtuell Anwesenden dafür nur ein Kopfschütteln übrig: „Sie macht vor allem eines: Viel Arbeit“, kamen sie überein.

Die Kassen müssen umgestellt werden, und das gleich zweimal – einmal jetzt zum 1. Juli und dann noch einmal zum Jahresende, wenn die alten Sätze wieder gelten. Das koste, wenn man dies nicht alleine könne und ein Dienstleister in Anspruch genommen werden muss. Hinzu kommt die Kurzfristigkeit der Umstellung. Einige Händler haben langfristig Aktionen vorbereitet, Flyer drucken lassen, die nun überholt sind, ärgerte sich eine Neubrandenburger Einzelhändlerin.

Eigentlich soll die Mehrwertsteuersenkung die Bevölkerung zu mehr Konsum in den Monaten Juli bis Dezember motivieren und den durch die Krise angeschlagenen Einzelhandel wieder mehr Schwung verleihen. Neben dem Mehraufwand bezweifelte die digitale Runde jedoch die Ersparnis für den Kunden: „Wenn nicht gerade größere Anschaffungen geplant sind, bleibt die Wirkung eher überschaubar.“

„So führt mitunter die Senkung der Mehrwertsteuer bei niedrigpreisigen Produkten zu einer Ersparnis von weniger als einen Cent. Anders sieht es auf Händlerseite aus: Der Händler rundet ab und gewährt somit einen Preisnachlass, der deutlich über 3 Prozent liegt. Im Massengeschäft macht sich eine solche Abrundungen deutlich bemerkbar“, so Ralf Pfoth, Leiter des Bereiches Wirtschaft- und Standortpolitik.

Die IHK Neubrandenburg begrüßt zwar prinzipiell die Absicht, die mit der Mehrwertsteuersenkung verfolgt wird, sieht jedoch die kurzfristige Umsetzung mit den daraus resultierenden Problemen und Unsicherheiten kritisch.