Berufsbildungsausschuss bleibt auf Innovationskurs
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Unter Vorsitz von IHK-Vizepräsidentin Katrin Herzberg hat sich der Berufsbildungsausschuss (BBA) der IHK Neubrandenburg in seiner Sitzung am 27. März erneut mit digitalen Fragen der beruflichen Bildung, des Prüfungswesens und der bildungspolitischen Entwicklung befasst. Katrin Herzberg machte zunächst deutlich, dass die Berufliche Bildung im Flächenland MV und darüber hinaus dringenden Reformbedarf habe. Ein zentraler Aspekt sei dabei die Digitalisierung, betonte sie.
IHK-Präsident Krister Hennige, der in der Sitzung zu Gast war, unterstrich die Bedeutung der beruflichen Bildung als gesetzliche Aufgabe der IHK und dankte den Mitgliedern sowie den stellvertretenden Mitgliedern des Berufsbildungsausschusses für ihr Engagement.
Umfassend informiert wurde über die Handreichung zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bei Projektarbeiten sowie die notwendige Eigenständigkeitserklärung von Prüfungsteilnehmenden. Hintergrund ist, dass KI zunehmend bei der Erstellung von Projektarbeiten in Ausbildungs- und Fortbildungsprüfungen genutzt wird. Die Prüfungsausschüsse erhalten mit der Handreichung erste Empfehlungen für den Umgang mit dieser Entwicklung. Zugleich müssen Prüfungsteilnehmende beim Einsatz von KI klare Regeln beachten. In der Diskussion wurde zudem deutlich, dass verschiedene Rechtsgrundlagen für IHK-Abschlüsse an diese veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden müssen.
Darüber hinaus wurden die neuen Prüfungsordnungen für Ausbildungs- und Umschulungsprüfungen sowie für Fortbildungsprüfungen beschlossen. Neben zahlreichen redaktionellen Anpassungen wurden damit auch wichtige rechtliche und organisatorische Weiterentwicklungen umgesetzt: Künftig besteht die rechtliche Grundlage für die virtuelle Teilnahme von Mitgliedern der Prüfungsausschüsse an mündlichen Prüfungen. Zudem werden An- und Abmeldungen zu Prüfungen elektronisch über die Webfachverfahren der IHK Neubrandenburg ermöglicht.
Mit dem Vortag von Markus Kiss, Referatsleiter Ausbildungspolitik und -projekte der Deutschen Industrie- und Handelskammer, floss die bildungspolitische Perspektive aus Berlin in die BBA-Sitzung ein. Er informierte über zentrale Aspekte des Koalitionsvertrages und bildungspolitische Vorhaben, über neue Zuständigkeiten der Ministerien im Kontext der beruflichen Bildung sowie über die Allianz für Aus- und Weiterbildung. Seine mahnenden Worte zu verschiedenen Aspekten der Bildungspolitik verdeutlichten die dringenden Handlungsbedarfe auf Bundesebene. So wurde in der anschließenden Diskussion auch deutlich, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarte elektronische Schüler-ID sinnvoll und schnell umgesetzt werden sollte. Auf dieser Grundlage können Maßnahmen ergriffen werden, um junge Menschen bei Übergängen auf ihrem Bildungsweg noch besser zu unterstützen.
Zur aktuellen Lage auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt berichtete Haike Gerwien, Operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Greifswald, auch für die Agentur für Arbeit Neubrandenburg. Demnach besteht in der Region weiterhin ein erheblicher Unterstützungsbedarf für junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf. Der Berufsbildungsausschuss wird sich in seiner nächsten Sitzung am 26. Juni erneut mit diesem Thema befassen.