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Einstiegsqualifizierung

Die Betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ) ist ein von der Wirtschaft im Rahmen des Ausbildungspaktes entwickeltes Angebot, welches sich an Jugendliche richtet, die auf den ersten Blick als noch nicht ausbildungsreif gelten und die beispielsweise nach den bundesweiten Nachvermittlungsaktionen im Herbst keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Die betriebliche Einstiegsqualifizierung kann diesen Jugendlichen als Brücke in die Berufsausbildung dienen und Startschwierigkeiten abbauen. Ein Wegfall der Altersbegrenzung von 25 Jahren ist dabei im Zuge der Neuerungen durch die Bundesagentur für Arbeit bereits zum 01.04.2024 in Kraft getreten.
 

Jugendliche erhalten mit der Einstiegsqualifizierung die Möglichkeit, in einem Zeitraum von vier bis zwölf Monaten ein betriebliches Langzeitpraktikum zu absolvieren. Ein Start der Einstiegsqualifizierung ist daher noch im Mai (bei Ausbildungsbeginn im September) oder im Juni (bei Ausbildungsbeginn im Oktober) möglich. Das Langzeitpraktikum kann auch in Teilzeit absolviert werden unabhängig von der Erziehung eigener Kinder oder der Pflege von Familienangehörigen. Durch die verringerte wöchentliche Stundenzahl reduziert sich aber lediglich der betriebliche Teil der Einstiegsqualifizierung.

 

Dabei lernen die Jugendlichen Teile eines Ausbildungsberufes, einen Betrieb und das Berufsleben kennen. Ebenfalls haben auch die Unternehmen die Möglichkeit, künftige Auszubildende und deren Leistungsfähigkeit in der betrieblichen Praxis kennenzulernen. Die Betriebe sehen folglich mehr von den praktischen Begabungen als Schulzeugnisse aussagen und können die Jugendlichen an eine Ausbildung heranführen. Insbesondere in Zeiten des sich intensivierenden Fachkräftemangels dient die Einstiegsqualifizierung damit auch der Erschließung ungenutzter Potenziale am Ausbildungsmarkt. Die Praktika werden zudem von den Arbeitsagenturen und Jobcentern finanziell gefördert. Dabei gilt es zu beachten, dass sich bei der Teilnahme an Berufssprachkursen durch einen EQ- Teilnehmer der betriebliche Anteil an der Gesamtqualifizierungszeit auf mindestens 50 % reduzieren kann.
 

Einstiegsqualifizierungen sind aus allen Berufen ableitbar und können abhängig von der Entwicklung der Jugendlichen und den betrieblichen Gegebenheiten flexibel gestaltet werden. Am Ende des Praktikums erhalten die Teilnehmer ein betriebliches Zeugnis. Auf dieser Basis stellt die IHK ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an der EQ aus. Die Chance, nach oder schon während einer Einstiegsqualifizierung im Betrieb in eine Ausbildung übernommen zu werden, liegt bundesweit bei rund 60 Prozent. Die Ausbildungszeit kann dann um bis zu sechs Monate verkürzt werden.
 

Im Normalfall bewirkt die Einstiegsqualifizierung eine Win-win-Situation: Ausbildungsbewerber mit individuell eingeschränkten Vermittlungsperspektiven schaffen den Sprung in ein betriebliches Ausbildungsverhältnis, während Unternehmen sich auch über diesen Kanal ihre Fachkräfte für die Zukunft sichern.
Ein Vertragsmuster und inhaltliche Auskünfte erhalten Sie von Ihren zuständigen Ausbildungsberatern der IHK.
 

Weitere Informationen zur Einstiegsqualifizierung finden Sie auch auf den Seiten der DIHK und der Bundesagentur für Arbeit.