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35 Jahre Deutsch-Polnischer Nachbarschaftsvertrag

Der diesjährige Halbjahresempfang des Wirtschaftskreises Metropolregion Stettin stand ganz im Zeichen des 35. Jubiläums des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrags.

(v.l.) Torsten Haasch, Krzysztof Soska, Hanna Mojsiuk, Irena Stróżyńska, Heiko Miraß, Krister Hennige © IHK

Nahezu 90 Gäste kamen ins Stettiner Park Hotel, um auf diese lange Tradition der Zusammenarbeit unserer beiden Länder zurückzublicken und eine Bilanz zu ziehen.

„Was damals beschlossen wurde, war weit mehr als ein politisches Dokument“, führte Krister Hennige, Präsident der IHK Neubrandenburg, zu Beginn der Veranstaltung aus. „Es war der Grundstein für Vertrauen, Verständigung und eine Partnerschaft, die heute für viele Menschen selbstverständlich geworden ist“, so Hennige weiter.

Als besondere Erfolgsgeschichte stellte sich für alle Rednerinnen und Redner die Entwicklung der grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin dar. Unzählige Groß- bis Kleinstprojekte der deutsch-polnischen Kooperation erzählen davon und lassen die Menschen immer näher zusammenrücken. „Gemeinsam haben wir viel erreicht“, betonte Heiko Miraß, Parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg, „in der täglichen Arbeit verliert man manchmal den Blick dafür.“

Ein wichtiger Meilenstein für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit war in dieser Zeitschiene auch der EU-Beitritt Polens im Jahr 2004, der ganz neue Dimensionen für die gemeinsame Entwicklung eröffnete. Polen erlebte dadurch einen erheblichen Aufschwung in der Infrastruktur- und Wirtschaftsentwicklung. Das Land und seine Menschen treten berechtigterweise selbstbewusst auf. Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist an der Tagesordnung, denn längst kann Deutschland vieles von Tempo und Qualität in Polen lernen. 

Die Gewohnheit der nicht mehr sichtbaren Grenze zwischen den beiden Ländern ist inzwischen so tief verankert, dass derzeitige Grenzkontrollen beiderseits abgelehnt werden. Der Wunsch nach erneuter Abschaffung wurde auf dem Empfang in allen Reden zum Ausdruck gebracht.

Denn der gemeinsame Weg führt in eine andere Richtung: die Gründung eines Europäischen Verbunds für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) steht kurz bevor. Partner sind die Kommunalgemeinschaft Europaregion Pomerania e.V. und der Verein der Polnischen Gemeinden der Euroregion Pomerania. Krzysztof Soska, Präsident des Vereins auf polnischer Seite, brachte die Neuigkeit mit, dass das polnische Außenministerium schon grünes Licht für den EVTZ gegeben hätte. „Das verstärkt die Integration in der Metropolregion Stettin und bringt neue Chancen für die Wirtschaft und die Bürger“, erklärte Soska.

Auch Irena Stróżyńska, Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland in Stettin, bekräftigte die enormen Erfolge der Entwicklung der Metropolregion und ermunterte die Gäste, die Fördermöglichkeiten des aktuellen Kooperationsprogramm Interreg VI A zur Förderung ihrer Projektideen zu nutzen.

„Lassen Sie uns den guten und erfolgreichen Weg der grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin gemeinsam fortsetzen – mit Offenheit, Vertrauen und dem festen Willen, unsere Region auch künftig stark und zukunftsfähig zu gestalten“, so die abschließenden Worte des IHK-Präsidenten.