Die Wojewodschaft Pommern: führend in Wirtschaftsentwicklung und Lebensqualität
© IHK
„In aktuell bewegten Zeiten nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und direkt vor denen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin blicken wir weiterhin etwas neidisch auf das bemerkenswerte Wirtschaftswachstum in Polen. Die Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg-Vorpommern haben eine Reihe von Forderungen gestellt und aufgelistet, was die Wirtschaft auf deutscher Seite braucht, um ebenfalls wieder in Gang zu kommen. Denn Deutschland wird wohl in diesem Jahr wieder auf ein Nullwachstum zusteuern.“
Mit diesen Worten begrüßte Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg, die gut 50 Gäste des jüngsten Wirtschaftskreises, diesmal in den Räumen des „Alten Schlachthofs“ in Stettin. Auch der Wirtschaftskreis schaute diesmal nur nach Polen, und zwar in die Wojewodschaft Pommern. Diese gilt mit ihrer strategischen Lage in Europa als die Region in Polen, die sich am schnellsten entwickelt und gleichzeitig eine besondere Lebensqualität bietet.
Zwei große Häfen an der Ostsee, ein Flughafen, beste Straßenverkehrsanbindung sind entscheidende Standortvorteile für in- und ausländische Unternehmen, sich vor Ort anzusiedeln und hier zu investieren. Dabei werden sie von der Entwicklungsagentur Pommern und deren Projekt „Invest in Pomerania“ unterstützt. „Wir begleiten die Unternehmen bei der Standortauswahl, der Entwicklung der Investition und Kapitalakquise bis hin zu Marketing und Forschungsvorhaben“, erläuterte Olimpia Klamann von der Entwicklungsagentur. „Alle Dienstleistungen werden individuell an die Bedürfnisse der jeweiligen Investoren angepasst.“ Ein weiteres Projekt, der sogenannte Export Broker, unterstützt die Unternehmen bei der Suche nach Kooperationspartnern im Ausland, fördert ihre Messeteilnahmen und entwickelt das Netzwerk zwischen den Branchen.
Ergänzt wurde die Vorstellung Pommerns von einem ganz praktischen Beispiel der erfolgreichen Wirtschaftsentwicklung Polens: Rafał Kalinowski, Business Development Manager der Firma CSL Sp.z o.o, gab einen Einblick in sein breit aufgestelltes Speditions- und Logistikunternehmen, das in 28 Jahren mit 100% polnischem Kapital einen erstaunlichen Aufschwung genommen hat. An drei Standorten – Stettin, Swinemünde und Gdynia/ Gdańsk – bietet es umfassende, multimodale Logistik im Straßen- und Seeverkehr und mit eigener Zollagentur außerdem den vollständigen Umfang der Zollanmeldung.
Trotz der guten Situation der Firma wies Kalinowski auf die aktuellen Probleme instabiler Lieferketten und des Fachkräftemangels hin, die eine große Belastung im Speditionsgewerbe darstellen. Das Unternehmen baut sich seit drei Jahren im Offshore-Bereich ein weiteres Standbein auf.
Insgesamt ergab sich ein optimistisches Bild der Wojewodschaft Pommern, möglicher Investitionen und Firmenentwicklungen. Knapp 500 Unternehmen mit deutschen Anteilseignern sind schon vor Ort. Auch gehen immer mehr deutsche Arbeitskräfte nach Polen, denn qualifizierte Fachleute können inzwischen auch hier gutes Geld verdienen.
„Vielleicht konnte der Wirtschaftskreis einen Anstoß zu gemeinsamer Investorenakquise geben und eine Zusammenarbeit zwischen Pommern, Westpommern und Mecklenburg-Vorpommern in Gang setzen“, gab Torsten Haasch abschließend seiner Hoffnung Ausdruck. „Die IHK Neubrandenburg mit ihrem Haus der Wirtschaft in Stettin unterstützt gern dabei.“