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Wirtschaft fordert endlich Tempo bei Straße und Schiene

Seit Jahren leiden Unternehmen an überlasteten und unzuverlässigen Verkehrsverbindungen in den Raum Berlin. Aus Sicht der Wirtschaft fehlt es nicht länger an Erkenntnissen, sondern an der Umsetzung.

Mitglieder des Arbeitskreises halten ein Banner der Kampagne "B96 jetzt" in die Kamera.

(1. Reihe 2.v.l.) Ralf Pfoth, Stellv. Hauptgeschäftsführer IHK Neubrandenburg und die Verkehrsgremien der IHK Potsdam und Neubrandenburg. Alle begrüßen die gestern verkündete Information, dass die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) die Planung für die Brandenburger Abschnitte der B96 Nord übernehmen wird. Foto: DEGES/Nadine Schröter

Vertreter der Verkehrsgremien der IHK Potsdam und der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern haben sich gestern Nachmittag in Fürstenberg/Havel über den Stand wichtiger Infrastrukturvorhaben ausgetauscht.

B96: Taten statt Ankündigungen

„Die Defizite entlang der B96 sind seit Jahren bekannt. Trotzdem erleben Unternehmen immer neue Verzögerungen und immer neue Prüfaufträge. Die Wirtschaft erwartet endlich sichtbare Fortschritte statt weiterer Ankündigungen“, sagt Ralf Pfoth, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg.

Überlastete Ortsdurchfahrten lange Planungsverfahren und fehlende Ausbaufortschritte belasten Unternehmen, Pendler und Anwohner seit Jahren gleichermaßen.

Die regionale Wirtschaft fordert deshalb:

  • einen sofortigen Planungsbeginn für die Westumfahrung Fürstenberg/Havel,
  • die konsequente Planung und Umsetzung leistungsfähiger Ortsumfahrungen und Überholabschnitte entlang der B96,
  • schnellere und verbindliche Zeitpläne für zentrale Infrastrukturprojekte.
  • Insofern begrüßen die beiden Gremien, die auf der Sitzung verkündete Information, dass die Deutsche Einheit

 Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) die Planung für die Brandenburger Abschnitte der B96 Nord übernehmen wird.

Fehlende Schienen: Klarer Standortnachteil für den ganzen Nordosten

Die Nordbahn ist die direkteste Verbindung zwischen Berlin, Oranienburg sowie den Wirtschaftsräumen Rostock und Neubrandenburg/Stralsund. Der Wiederaufbau zwischen Hohen Neuendorf /Birkenwerder und Berlin-Gesundbrunnen würde das Schienennetz entlasten, Kapazitäten auf dem Außenring und der Stettiner Bahn schaffen und die Anbindung der Region verbessern. Die fehlende Schienenkapazität bremst die Wettbewerbsfähigkeit Nordostens und belastet das bestehende Netz.

„Bis heute wird der Fern- und Regionalverkehr über Umwege geführt, weil der Wiederaufbau der Nordbahn auf sich warten lässt. Das führt zu langen Fahrzeiten und hoher Störanfälligkeit. Deshalb ist der Wiederaufbau der Berliner Nordbahn ein Schlüssel, um Engpässe zu beseitigen und damit die Anbindung im ganzen Nordosten zu verbessern“, sagt Dr. Christian Herzog, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam.

Aus Sicht der Wirtschaft braucht das Projekt deshalb jetzt klare politische Priorität und konkrete Planungsschritte.

Die IHKs fordern daher insbesondere:

  • den vollständigen zweigleisigen und elektrifizierten Wiederaufbau der Berliner Nordbahn zwischen Berlin Gesundbrunnen und Hohen Neuendorf/Birkenwerder,
  • den Ausbau der Bahnknoten Hohen Neuendorf und Hennigsdorf, einschließlich der erforderlichen Verbindungskurven
  • eine schnellere Finanzierung erster Planungsschritte sowie
  • ein gemeinsames und öffentlich sichtbares Eintreten von Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern für die Einstufung als vordringlicher Bedarf im Bundesverkehrswegeplan und im Deutschlandtakt

Die Vertreter der Verkehrsgremien beider IHKs haben sich dazu mit einem gemeinsamen Positionspapier zum Wiederaufbau der Berliner Nordbahn auf Grundlage bestehender Beschlusslagen befasst.