IHK-Präsident Dr. Wolfgang Blank: „Stationäre Grenzkontrollen behindern grenzüberschreitenden Liefer- und Pendelverkehr“
NEUBRANDENBURG (IHK/PM). Der Präsident der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Wolfgang Blank, spricht sich entschieden gegen die von der Bundesregierung erneut angekündigten stationären Grenzkontrollen aus. „Auch wenn illegale Migration eingedämmt werden muss, führen solche Kontrollen zu erheblichen Einschränkungen im grenzüberschreitenden Liefer- und Pendelverkehr“, sagt er heute Nachmittag beim Empfang des Wirtschaftskreises Metropolregion Stettin aus Anlass des Tages der Deutschen Einheit. Das betont Dr. Wolfgang Blank auch mit Blick auf den bevorstehenden 20. Jahrestag des Beitritts Polens zur Europäischen Union im kommenden Mai.
„Gerade im Gespräch mit Unternehmern hören wir immer wieder, welch große Vorteile die EU-Mitgliedschaft Polens gebracht hat, vor allem auch für die Zusammenarbeit in der grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin. Es gab viele spannende Geschichten, aber auch quälend lange Wartezeiten an der Grenze, die heutige Situation ohne Schlagbäume und Grenzkontollhäuschen ist glücklicherweise zur Normalität geworden“, so der IHK-Präsident weiter.
Als drei wesentliche Erfolgsbeispiele für das deutsch-polnische Miteinander nennt er in seinem Grußwort den vor vier Monaten eröffneten Swinetunnel, der für deutlich mehr Verkehr zwischen den Ostseeinseln Wollin und Usedom sorgt. Hinzu kommt die 2019 eingerichtete gemeinsame Geschäftsstelle für die Metropolregion Stettin der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, die sämtliche Vorhaben zur Entwicklung einer gemeinsamen Metropolregion Stettin koordinieren soll. Und nicht zuletzt würdigt Dr. Wolfgang Blank auch die Arbeit des deutsch-polnischen Projektes „Haus der Wirtschaft“ in Stettin, das die IHK Neubrandenburg mit weiteren Partnern vor nunmehr 23 Jahren aus der Taufe gehoben hat. „Es ist eine bewährte und stabile Anlaufstelle für Fragen zur Entwicklung von Wirtschaftsbranchen, zur Existenzgründung, Unternehmensnachfolge und vor allem zur Anbahnung grenzüberschreitender Kooperationen“, erklärt der IHK-Präsident. Seinen Angaben zufolge wurden dort in diesem Jahr bislang mehr als 270 deutsche und polnische Firmen beraten, rund 110 Recherchen und schriftliche Anfragen bearbeitet und mehr als 450 grenzüberschreitende Kooperationen aus ganz unterschiedlichen Branchen vermittelt.
Treffpunkt des Wirtschaftskreises Metropolregion Stettin heute Nachmittag (17. Oktober) ist ab 16.30 Uhr das Stettiner Hotel Radisson Blu (Raum Copernicus, 11. Etage). Es werden rund 80 Gäste erwartet, die sich gemeinsam über die weitere Entwicklung der grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin austauschen wollen. Dazu gehören die Ministerin für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Mecklenburg-Vorpommern, Bettina Martin, der Bevollmächtigte des Marschalls der Woiwodschaft Westpommern für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Dr. Norbert Obrycki, der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg, Heiko Miraß, und weitere hochrangige Vertreter aus Deutschland und Polen.