Energiepolitische Interessenvertretung

Die IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern begleitet die energiepolitische Diskussion in Mecklenburg-Vorpommern, dem Bund und der Europäischen Union konstruktiv im Sinne der kammerzugehörigen Unternehmen. Innerhalb der Landesarbeitsgemeinschaft der IHKs in Mecklenburg-Vorpommern ist sie dabei federführend für den Themenbereich "Energie" aktiv.

IHK Nord: Neue Broschüre zum Netzausbau

Die IHK Nord will mit einer neuen Publikation den Aus- und Umbau der Stromnetze befördern: „Der Netzausbau entwickelt sich zunehmend zum Flaschenhals der Energiewende. Ohne leistungsfähigere Netze wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien schwieriger, da die regenerativ erzeugte Energie nicht dahin abtransportiert werden kann, wo sie benötigt wird.“, fasst Christoph Weiss, Vorsitzender der IHK Nord und Präses der Handelskammer Bremen, die Lage zusammen. „Dabei wird in Norddeutschland zeitweise schon heute mehr Strom aus Windkraft erzeugt als vor Ort benötigt wird. Dieser Strom könnte in Süddeutschland zur Sicherung der Versorgung beitragen, wenn dort weitere Atomkraftwerke stillgelegt werden.“

Da die vorhandenen Leitungen auf einen höheren Transportbedarf vom Norden in den Süden bisher nicht ausgelegt sind, müssen die Netzbetreiber immer öfter in den Netzbetrieb eingreifen, um Leistungsüberlastungen und Engpässe zu vermeiden. Bei dem Sturmtief Ende März musste der unter anderem für Niedersachsen und Schleswig-Holstein zuständige Übertragungsnetzbetreiber Tennet bspw. rund 450 Megawatt Windleistung abregeln. Christoph Weiss: „Die Eingriffe sichern die derzeit noch hohe Versorgungssicherheit in Deutschland, weil sie Stromausfällen vorbeugen. Lange wird das aber nicht mehr ausreichen.“ Für die Wirtschaft ist der Netzausbau daher laut aktuellem IHK-Energiewende-Barometer die wichtigste politische Maßnahme, um eine sichere, bezahlbare und umweltverträgliche Energieversorgung zu gewährleisten.

Die neue IHK Nord-Broschüre, die vom Bayerischen Industrie- und Handelskammertag unterstützt wird, informiert unter anderem über die Hintergründe des Netzausbaus, Kosten und Finanzierung sowie die geplanten Trassenverläufe. Nach Berechnungen der Übertragungsnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur sind in den nächsten Jahren 3.800 km neue Stromleitungen erforderlich sowie Optimierungs- und Verstärkungsmaßnahmen auf 5 300 Kilometern. Der Ausbau geht jedoch nur langsam voran, seit 2009 sind knapp 470 Kilometer neue Leitungen gebaut worden. Die drei wichtigsten Ausbauvorhaben führen von Nord- und Ostdeutschland nach Bayern und Baden-Württemberg.

Die IHK Nord-Broschüre steht Ihnen unter "Downloads" zur Verfügung.

Energiepolitische Positionen