Sachkundeprüfung zum zertifizierten Verwalter/zur zertifizierten Verwalterin

Als zertifizierter Verwalter/zertifizierte Verwalterin (§ 26 a WEG) darf sich bezeichnen wer nachweist, dass er über die für die Tätigkeit als Verwalter/Verwalterin notwendigen Kenntnisse verfügt. Grundsätzlich ist dafür - soweit nicht eine gleichgestellte Qualifikation nachgewiesen werden kann - eine Sachkundeprüfung als zertifizierter Verwalter/zertifizierte Verwalterin erfolgreich zu absolvieren.

Durch das Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz vom 16. Oktober 2020 wurde der grundsätzliche Anspruch jedes Wohnungseigentümers und jeder Wohnungseigentümerin auf Bestellung eines zertifizierten Verwalters/einer zertifizierten Verwalterin eingeführt (§ 19 Abs. 2 Nr. 6 des Wohnungseigentumsgesetzes). Das Gesetz gilt ab dem 1. Dezember 2022.

Informationen zur Prüfung

Die Sachkundeprüfung "zertifizierter Verwalter/zertifizierte Verwalterin" setzt sich aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil zusammen. Die Teilnahme am mündlichen Teil der Prüfung setzt das Bestehen des schriftlichen Teils voraus.

Die IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern bereitet derzeit auf dieser rechtlichen Basis die Prüfungen vor. Einzelheiten zur Prüfung und Termine werden erarbeitet. Geplant sind die Prüfungen ab dem 2. Halbjahr 2022.

Prüfungsgebühren

Für die Abnahme der Prüfung wird eine Gebühr erhoben.

Befreiung von der Prüfungspflicht

Einem zertifizierten Verwalter/einer zertifizierten Verwalterin ist nach § 7 der Verordnung gleichgestellt, wer

  1. die Befähigung zum Richteramt,
  2. eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Immobilienkaufmann/zur Immobilienkauffrau, zum Kaufmann/zur Kauffrau in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft,
  3. einen anerkannten Abschluss Geprüfter Immobilienfachwirt/Geprüfte Immobilienfachwirtin oder
  4. einen Hochschulabschluss mit immobilienwirtschaftlichem Schwerpunkt besitzt.

Die genannten Personen dürfen sich als zertifizierter Verwalter/zertifizierte Verwalterin bezeichnen. Sie sind von der Prüfung befreit.

(Eine Bescheinigung über die Gleichwertigkeit ist durch den Gesetzgeber nicht vorgesehen und wird durch die IHKs nicht ausgestellt.)

Übergangsfrist

Die Vorschrift des § 19 Abs. 2 Nr. 6 WEG gilt ab dem 1. Dezember 2022. Bis dahin kann eine ordnungsgemäße Verwaltung und Benutzung also auch dann angenommen werden, wenn kein zertifizierter Verwalter/keine zertifizierte Verwalterin im Sinne des § 26 a WEG bestellt ist. Alle anderen Voraussetzungen des § 19 Abs. 2 müssen jedoch vorliegen.

Weiterhin gibt es eine befristete Bestandsschutzregelung (§ 48 Abs. 4 WEG), wonach eine Person, die am 1. Dezember 2020 Verwalter/Verwalterin einer Gemeinschaft der Wohnungseigentümer war, gegenüber dieser bis zum 1. Juni 2024 als zertifizierter Verwalter/zertifizierte Verwalterin gilt. Bis zu diesem Datum sollte der Verwalter/die Verwalterin die Prüfung nach § 26 a WEG aber abgelegt haben.

Weiterbildung als zertifizierter Verwalter/zertifizierte Verwalterin

Die im Jahr 2018 eingeführte Weiterbildungspflicht bleibt von den neuen Regelungen zum zertifizierten Verwalter/zur zertifizierten Verwalterin unberührt.