Fördermöglichkeiten bei Digitalisierungsvorhaben

Gerade kleine und mittlere Unternehmen ohne eigene IT-Abteilungen benötigen bei der Evaluierung, Umsetzung und Finanzierung von Digitalisierungsmöglichkeiten Unterstützung. Verschiedene Förderprogramme helfen Unternehmen dabei, neue digitale Wege zu gehen.

Rechtlich selbständige Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft oder des Handwerks können als begünstigtes Unternehmen die Förderung von Beratungsleistungen in Anspruch nehmen.

Mit dem 2017 gestarteten Förderprogramm "go-digital" können sich kleine und mittlere Unternehmen Unterstützung bei der Digitalisierung holen sterium für Wirtschaft und Energie (BMWi) das bundesweite Förderprogramm „go-digital“. Kleine und mittlere Unternehmen können sich von autorisierten Beratungsunternehmen Unterstützung bei der Digitalisierung holen. Die Förderung leistet Hilfestellung sowohl bei der Analyse der Prozesse als auch bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen.

Förderung kann für folgende drei Module beantragt werden:

  1. IT-Sicherheit
  2. Digitale Markterschließung
  3. Digitale Geschäftsprozesse

Bei der Beantragung muss ein Hauptmodul gewählt werden, welches mindestens 51 Prozent des Förderschwerpunktes ausmacht. Maximal können 20 Beratertage beantragt werden. Für die Nebenmodule können insgesamt max. weitere 10 Tage beantragt werden. Weiterhin sind bei der Wahl „Digitale Markterschließung“ und „Digitale Geschäftsprozesse“ zwingend zwei Beratertage für IT-Sicherheit vorzusehen. Der Förderantrag wird vom Beratungsunternehmen gestellt.

Förderfähig sind Unternehmen:

  • mit weniger als 100 Mitarbeitern,
  • die im Jahr vor dem Vertragsabschluss einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 20 Millionen Euro haben und
  • eine Förderfähigkeit nach De-minimis-Verordnung besitzen.

Der maximal geförderte Tagessatz für einen Berater beträgt 1.100 Euro (netto). Die Förderquote liegt einheitlich bei 50 Prozent und maximal 30 Beratertage sind förderfähig.

Weitere Informationen:
Häufig gestellte Fragen: https://bit.ly/2sAvdim 
Aktuelle Liste der gelisteten Beratungsunternehmen: https://bit.ly/2Lt4RpM
 

Unter der Bezeichnung DigiTrans wurde vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung ein Förderprogramm initiiert, durch das der Aufbau neuer, digitaler Geschäftsmodelle oder die Umstellung von analogen auf digitale Prozesse unterstützt werden kann. Weiterhin sind Investitionen in die IT-Sicherheit und den Datenschutz zur Erhöhung des Digitalisierungsgrads förderbar. Gefördert werden Maßnahmen mit zuwendungsfähigen Ausgaben von 8 TEUR bis 20 TEUR. In Ausnahmefällen dürfen bei Vorhaben mit besonders innovativem Charakter die förderfähigen Ausgaben auch über 20 TEUR, aber maximal bei 100 TEUR  liegen.

Investitionen in Standardhardware und Standardsoftware sind von der Förderung ausgeschlossen. Für die Förderung können nur Maßnahmen berücksichtigt werden, die nicht bereits durch andere Förderinstrumente erfasst werden und wurden. 

Die als nichtrückzahlbarer Zuschuss gewährte Anteilsfinanzierung beträgt für kleine und Kleinstunternehmen bis 49 Mitarbeitern 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. Ab 50 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz oder einer Bilanzsumme von 10 Mio. EUR reduziert sich der mögliche Zuschuss auf 35 Prozent.

Anträge können beim Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern gestellt werden. Wichtig ist, dass der Antrag vor Beginn des Vorhabens, also vor Unterzeichnung eines Lieferungs- und Leistungsvertrages, eingereicht wird.

Weiter Informationen: www.lfi-mv.de/foerderungen/digitrans

Das neue Investitionszuschussprogramm „Digital jetzt – Investitionsförderung für KMU“ unterstützt KMU und Handwerksbetriebe mit 3 bis 499 Mitarbeitern in zwei Modulen:

•    Modul 1: Investitionen in digitale Technologien, insbesondere Hard- und Software 
•    Modul 2: Investitionen in die Qualifizierung der Mitarbeiter zu Digitalthemen

Ziel des Programms ist es, die Digitalisierung der Geschäftsprozesse zu fördern, um den Unternehmen neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Darüber hinaus werden die Mitarbeitenden befähigt, die Chancen der Digitalisierung zu erkennen, zu bewerten und die digitale Transformation im Unternehmen voranzubringen. 

Gegenstand der Förderung:
Modul 1: Gefördert werden Investitionen in konkrete digitale Technologien und damit verbundene Prozesse und Implementierungen. Hierzu gehören insbesondere Investitionen in Hard- und Software, welche die interne und externe Vernetzung der Unternehmen fördern, unter Beachtung verschiedener Aspekte, wie beispielsweise datengetriebener Geschäftsmodelle, Künstliche Intelligenz, Cloud-Anwendungen, Big-Data, Einsatz von Hardware (beispielsweise Sensorik, 3D-Druck) sowie IT-Sicherheit und Datenschutz.
Modul 2: Gefördert werden Investitionen in Qualifizierungsmaßnahmen für die Mit-arbeiter des geförderten Unternehmens im Umgang mit digitalen Technologien. Hierzu gehören insbesondere Qualifizierungen oder Weiterbildungsmaßnahmen zu digitalen Transformationen, zur digitalen Strategie, in digitalen Technologien, in IT-Sicherheit und Datenschutz, zu digitales und agiles Arbeiten oder in digitalen Basiskompetenzen.

Förderhöhe:
Die Zuschüsse werden in Form einer Anteilsfinanzierung gewährt. Die maximalen Förderquoten sind nach Unternehmensgröße bis zum 30. Juni 2021 wie folgt:
–    bis   50 Mitarbeiter: bis zu 50 Prozent
–    bis 250 Mitarbeiter: bis zu 45 Prozent
–    bis 499 Mitarbeiter: bis zu 40 Prozent

Ab dem 1. Juli 2021 sind die maximalen Förderquoten nach Unternehmensgröße wie folgt:
–    bis   50 Mitarbeiter: bis zu 40 Prozent
–    bis 250 Mitarbeiter: bis zu 35 Prozent
–    bis 499 Mitarbeiter: bis zu 30 Prozent

Zusätzlich kann unter bestimmten Bedingungen eine erhöhte Förderquote über Bonusprozentpunkten erreicht werden. Diese gilt für
–    KMU aus strukturschwachen Regionen (+10 Prozentpunkte)
–    Betriebe mit Investitionsvorhaben in die eigene IT-Sicherheit / Datenschutz (+5 Prozentpunkte)
–    Unternehmen, die innerhalb bestehender Wertschöpfungsnetzwerke Geschäfts¬modelle erschließen (+5 Prozentpunkte)

Sollten alle drei genannten Punkte erfüllt sein, steigt die Förderquote um insgesamt 20 Prozentpunkte. Somit können Unternehmen bis zu 70 Prozent (bis 30. Juni 2021) bzw. 60 Prozent (ab 1. Juli 2021) Förderung erhalten.

Die Untergrenze für die beantragte Fördersumme beträgt 17.000 Euro im Modul 1 sowie bei kombinierter Inanspruchnahme der Module 1 und 2. Für das Modul 2 beträgt die Untergrenze 3.000 Euro. 

Hintergrund für die recht hohen Untergrenzen sind vorhandene Länderprogramme (siehe DigiTrans), die weniger hohe Investitionen abdecken und das Bestreben, diese sinnvoll zu ergänzen.
 

Zum Antragstool

 

Das Kompetenzzentrum Rostock bietet kleinen und mittleren Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern professionelle Unterstützung und maßgeschneiderte Lösungen, mithilfe derer sie von der Digitalisierung profitieren können. Die kompetenten Ansprechpartner vor Ort und ein ausgebautes Netzwerk helfen, bestehende Herausforderungen als Chance zu nutzen. Mit kostenlosen Veranstaltungen, Praxisvorträgen oder Schulungen unterstützt das Kompetenzzentrum Unternehmen auf dem Weg zur Digitalisierung Ihrer Prozesse. Im besonderen Fokus des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Rostock stehen Unternehmen aus den Bereichen Gesundheit, Medizintechnik und Tourismus. Das Alleinstellungsmerkmal bildet dabei der Gesundheitstourismus.
Es können jedoch auch Unternehmen aller anderen Branchen die Leistungen des Kompetenzzentrums in Anspruch nehmen.

Weiterführende Informationen: https://www.kompetenzzentrum-rostock.digital/