Tourismus

Es ist unbestritten, dass dem Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern eine erhebliche wirtschafts-, arbeitsmarkt- und strukturpolitische Bedeutung zukommt. Hinzu kommt der Vorteil, den die touristische Infrastruktur unter dem Gesichtspunkt der sogenannten weichen Standortfaktoren (z.B. Freizeit- und Erholungseinrichtungen, qualitativ hochwertige Gastronomie, Landschaftspflege etc.) bietet. Erhebliche Strukturveränderungen des Tourismusmarktes stellen die Betriebe vor ständig neue Herausforderungen. Hierbei ist es von besonderer Bedeutung, dass das Interesse der überwiegend mittelständisch strukturierten Tourismusbranche gegenüber Staat, Politik und ausländischer Konkurrenz nachhaltig vertreten wird. Dies kann auf dem Wege der gemeinsamen Interessenvertretung und durch eine verstärkte innere Abstimmung und Bündelung der Kräfte geschehen.

Mit zahlreichen Aktivitäten und Initiativen unterstützt die IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern die touristische Entwicklung. Sei es durch die einzelbetriebliche Beratung oder die Mitwirkung bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen. Hier ist die IHK Ansprechpartner für Unternehmen, Politik und Verbände. Auf Landesebene arbeiten wir für den Bereich Tourismus innerhalb der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern Mecklenburg-Vorpommern. So sind wir in vielen Projekten und Organisationen Ansprechpartner und Interessenvertretung der touristischen Betriebe.

Für die Region der IHK bildet der Tourismus einen beachtlichen Wirtschaftsfaktor. Um die aktuelle Entwicklung zu beobachten führt die IHK Neubrandenburg zweimal jährlich eine Umfrage zum Saisonverlauf durch. Sie setzt sich für die Belange der Branche bei Wirtschaft, Politik und Verwaltung ein, wobei sie auf die Erkenntnisse aus ihren Umfragen zurückgreift.

Hier finden Sie die Daten und Fakten zum Wirtschaftsfaktor Tourismus. Das Statistische Landesamt Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht jeden Monat die Zahlen der Beherbergungsbetriebe ab 9 Betten. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden zeigt in seinen monatlichen Berichten die touristische Entwicklung insgesamt sowie in den einzelnen Bundesländern. Nach Angaben des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) liegt die Gesamtzahl der Beschäftigten in den unmittelbar und mittelbar dem Tourismus zugeordneten Bereichen (zum Beispiel Einzelhandel, Verkehrsmittel) inklusive Teil- und Saisonarbeitskräfte bei rund 2,8 Millionen. Der Anteil der vom Tourismus abhängigen Arbeitsplätze an der Gesamtbeschäftigung in Deutschland liegt bei 8 Prozent. Für den Tourismus wurde ein induziertes Bruttoinlandsprodukt in Höhe von 140,6 Milliarden Euro ermittelt. Dies entspricht einem Anteil von rund 8 Prozent am Bruttoinlandsprodukt, hochgerechnet für das gesamte Bundesgebiet. Bei den Übernachtungsgästen (in Betrieben mit bis zu 8 und mit mehr als 8 Betten sowie im Touristik-Camping) wurde in Deutschland ein Bruttoumsatz von 36,5 Milliarden Euro erzielt. Durchschnittlich 2 bis 3 Prozent des touristischen Nettoumsatzes (ohne MwSt.) fließen durch Gewerbesteuer, Grundsteuer und anteilige Lohn- und Einkommensteuer an Steuereinnahmen an die Kommunen zurück. Weitere Daten und Fakten finden Sie auf den DTV-Seiten im Internet.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) das nationale „Tourist Board“ Deutschlands mit Sitz in Frankfurt am Main, versteht sich als kompetenter und innovativer Marketing-Dienstleister für das Reiseland Deutschland. Zwei Ziele sind für die 154 Mitarbeiter klar formuliert: Steigerung des positiven Images für das Reiseland Deutschland im In- und Ausland sowie die Förderung des Tourismus und Steigerung des Reiseaufkommens für Deutschland. Mit ihren Aktivitäten und Analysen ist die DZT ein starker Partner beim Erschließen ausländischer Märkte. Diese Tendenz überträgt sich auch auf den Tourismus: Nach den USA und Japan sind China und Hongkong in sehr kurzer Zeit der drittgrößte Quellmarkt für Deutschland in Übersee geworden. Seit mit dem "Approved-Destination-Status" (ADS) ab 15. Februar 2003 die Einreise nach Deutschland nicht nur für Geschäftsreisende, sondern auch für Privatpersonen erleichtert wurde, hat sich das Incoming-Potenzial für Reisende aus China deutlich erhöht. 16,8 Millionen Chinesen unternahmen schon 2002 eine Auslandsreise, das waren fast 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Deutschland reisten 572.694 Chinesen, was einen Zuwachs von fast 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ausmacht.

Gastronomie

Wer sich heute im Gastronomie-Bereich selbständig machen möchte, braucht Ideen, Durchsetzungsvermögen, Verhandlungsgeschick, soziale Kompetenz, eine Portion Mut und vor allem ein zukunftsorientiertes unternehmerisches Konzept. Chancen bestehen nach Meinung von Praktikern für Betriebe, die neben guten gastronomischen Standards und reellen Preisen auch über ein ansprechendes Ambiente verfügen sowie für die so genannte "Erlebnisgastronomie".

Restaurants sind nach wie vor an der Persönlichkeit des gastgebenden Wirtes orientiert,das zeigt auch die Statistik für die gut 88.000 klassischen Restaurants: Nicht einmal jedes zwanzigste Unternehmen setzt im Jahr mehr als 1 Million Euro um (netto, ohne Umsatzsteuer); die übrigen kleinen und mittleren Betriebe teilen sich gut zwei Drittel des Branchenumsatzes. Gründer sollten sich allerdings im Klaren darüber sein, dass jeder zweite Betrieb unter 100.000 EUR im Jahr umsetzt und jeder vierte Betrieb nicht über einen Jahresumsatz von 50.000 EUR hinaus kommt. Damit ist eine angemessene Vergütung für die eigene Arbeit nur bei wenig aufwändigen Konzepten und geringen Gewinnerwartungen zu verwirklichen.

Rechtsgrundlagen bei der Eröffnung eines Lokals sind:

• das Gaststättengesetz

• ergänzend die Gewerbeordnung und das Lebensmittelrecht

Wichtigste Konsequenz dieser Gesetze ist die Verpflichtung, eine Gaststättenerlaubnis - die sogenannte Konzession - zu beantragen (dies gilt allerdings seit Juli 2005 nur mehr, wenn alkoholische Getränke ausgeschenkt werden).

Hotellerie

Positiv zu verzeichnen ist die Tatsache, dass die Deutschen das eigene Land als Reiseziel wieder entdeckt haben. Auch der Kulturtourismus und Städtereisen werden von In- und Ausländern zunehmend gefragt. Jeder achte Gast stammt aus dem Ausland, Spitzenreiter sind die Niederländer, gefolgt von Besuchern aus den USA, Großbritannien, der Schweiz, Italien und Frankreich. Positiv macht sich der Sparwille der Firmen bemerkbar, die zunehmend auf preiswerte Alternativen zum Spitzenhotel oder eigenem Firmenapartment setzen. Allerdings eignet sich nicht jedes Konzept für die zahlungskräftige Businessklientel: Die Firmenkundschaft erwartet moderne Kommunikationsanlagen, hochwertige Einrichtung und reibungslosen Service.

Die Chancen eines Hotels oder einer Pension hängen in aller erster Linie am Standort; selbst in schlechten Sommern sind Nord- und Ostseebäder besser ausgelastet als Luftkurorte in den deutschen Mittelgebirgen. Den Erfolg bestimmen aber die Betriebe selbst: Gerade in kleinen Häusern, die bei Investitionen und Ausstattung der Hotellerie kaum Paroli bieten können, darf die persönliche Atmosphäre nicht zu kurz kommen - und der Preis muss "stimmen", in Bezug auf die Zielgruppe an Kunden und in Relation zu den ortsüblichen Zimmerpreisen. Eine Fülle verschiedener Betriebsformen wirbt um den Gast, von den Spitzenhotels über die alteingesessenen Traditionshäuser bis zu Ferienwohnungen und Jugendherbergen. Es gilt, das eigene Angebot realistisch ins lokale Gastgewerbe einzuordnen.

Kontakte Deutscher Hotel- und Gaststättenverband MV

Reiseveranstalter

Ein Blick ins Branchenverzeichnis, in die Regale eines beliebigen Reisebüros oder auf die Preislisten der etablierten Groß-Veranstalter zeigt, wie umfangreich und differenziert der Touristikmarkt auf dem Sektor Pauschalreisen ist. Auf einen harten Preis- und Konkurrenzkampf mit Hunderten kleiner Veranstalter müssen Sie sich gefasst machen, vor allem aber mit den marktbeherrschenden Reiseanbietern, deren Preise Sie als Neuling kaum unterbieten können. Erfahrungsgemäß muss sich ein Existenzgründer auf etwa drei Jahre Anlaufzeit mit mäßigen Geschäften einstellen - und für allzu viele stellt sich dann noch nicht der erhoffte Erfolg ein.

Entscheidend für den langfristigen Erfolg Ihres Unternehmens sind die persönlichen Voraussetzungen, die Sie als Existenzgründer für diese Branche mitbringen. Der Reiseveranstalter muss keine Reisebürofachkraft sein. Eine gute, möglichst mehrjährige Branchenkenntnis - z.B. durch Berufserfahrung als Reiseleiter - ist jedoch unbedingt erforderlich. Angesichts der Vielfalt und Unübersichtlichkeit des Marktes und insbesondere wegen der großen Anzahl potenzieller Vertragspartner gilt das in besonderem Maße, wenn Sie die Tätigkeit als Veranstalter nicht nur nebenberuflich ausüben wollen. Gute Kontakte zahlen sich gerade in dieser Branche unmittelbar – in Form exklusiver Angebote, günstiger Vertragsabschlüsse oder überdurchschnittlicher Provisionen- aus.

Alle Reiseveranstalter müssen eine Insolvenzversicherung nachweisen. Derzeit gibt es auf dem Markt hierfür mehrere Branchenmodelle. Anzahlungen (bis 20 Prozent des Reisepreises hat ein Urteil des OLG Köln AZ 16 U 12/05 für rechtens erklärt), können Sie erst nach Übersendung des Sicherungsscheins fordern. Unabdingbar sind weiterhin Haftpflichtversicherungen für Schäden, die Sie oder Ihre Mitarbeiter im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit verursachen bzw. für Sie auch als Privatperson.

Kontakte  Deutscher Reisebüro und Reiseveranstalter Verband e.V.

Reisebüro

Die Erfahrung von Branchenkollegen zeigt, dass die Kunden, die nach wie vor das Reisebüro aufsuchen, dort vor allem bequeme Informationswege und exzellente Beratung erwarten. Durch den verschärften Wettbewerb und die schlechten Konjunkturnachrichten sollten sich Existenzgründer deshalb nicht grundsätzlich abschrecken lassen. Im mittlerweile unübersichtlichen Reisemarkt bestehen aber gute Gründe, sich nur mit einem ausgefeilten Konzept, mit ausreichend Grundkapital und womöglich in Kooperationsformen wie z.B. Franchising an den Start zu wagen. Doch: Einfach ist es mittlerweile nicht mehr, eine rentable Marktnische zu finden, zumal, wer sich auf ein spezielles Angebot festlegt, bald mit Nachahmern rechnen muss.

Ganz unabhängig von kurzfristigen Krisenszenarien und Konjunkturschwankungen muss sich der Unternehmer bei der Entwicklung seines Konzepts auf eine Umorientierung im Reiseverhalten einstellen:

Der Trend zu kürzeren und billigeren Reisen, der den Einzelumsatz pro Kunden sinken lässt, scheint sich abzuschwächen.

Der Trend zu individuelleren Reisen hält an (ohne Reisebüro organisieren gut 45% der Reisenden Transport, Unterkunft oder Extras) und wird von Eigenbuchungen am Internet begünstigt (bei den großen Veranstaltern legten Online-Buchungen teils zweistellig zu)

Die Pauschalreise - weiterhin Domäne der Reisebüros - verliert Kunden, nur noch 29 Prozent aller Reisenden nutzen die Rundumdienstleistung. Trotz Frühbucherrabatten, Urlaub auf Ratenzahlung, kostenfreien Umbuchungen warten die Verbraucher auf Last-Minute-Angebote oder stellen sich ihre Reisebausteine selbst zusammen (rund 10%).

Geschäftsreisen (nach Branchenschätzungen mittlerweile um die 30 Prozent der Umsätze) werden reduziert bzw. erst nach harten Rabattverhandlungen gebucht.

Kontakte  RDA Internationaler Bustouristik Verband e.V.