Konjunktur

Wie ist die aktuelle Geschäftssituation der Unternehmen? Welche Erwartungen haben die Unternehmer hinsichtlich zukünftiger wirtschaftlicher Entwicklungen? Und wie sieht das innerhalb einzelner Branchen aus? Welche wirtschaftliche Risiken beeinflussen das Handeln der Unternehmen am stärksten? Kurz: Wie ist eigentlich das Konjunkturklima?

Antworten auf diese Fragen finden Sie auf den folgenden Seiten. Wir bieten Ihnen aktuelle und zukunftsgerichtete Informationen zur konjunkturellen Entwicklung in der Region Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald und in Deutschland.

Konjunktur IHK Neubrandenburg

Regionale Wirtschaft mit sehr guten Ergebnissen und für die Zukunft optimistisch

IHK Neubrandenburg (Frühsommer 2017)

Der wirtschaftliche Aufschwung in der Region hält an. Er wird 2017 noch breiter angelegt sein als 2016. Während 2016 besonders die konsumnahen Branchen Handel und Dienstleistungen vom dynamischen privaten Konsum und der Bau durch niedrige Zinsen und eine positive Einkommensentwicklung angeregt wurden, wird in diesem Jahr die Industrie in der Kammerregion von der besseren Exportentwicklung und steigenden Investitionen in Deutschland profitierten. Mit 128 Punkten ist das Konjunkturklima etwa auf der Höhe des Vorjahreswertes. 

Die Unternehmen planen, mehr Investitionen zu tätigen. Die verbesserte Ertragslage und günstige Zinsen einerseits und die zunehmende Kapazitätsauslastung andererseits regen sie dazu an. Fast die Hälfte der Industrieunternehmen nennt Rationalisierung als ein Hauptmotiv ihrer Investitionen. Investitionen zur Kapazitätserweiterung sind vor allem für Industrie- und Bauunternehmen sehr viel wichtiger geworden.   

Die Beschäftigungspläne insgesamt haben sich im Vergleich zur Vorjahresumfrage kaum geändert. In diesem Jahr wird vor allem in der Industrie und im Bau Beschäftigung aufgebaut werden, während in den Verkehrsbranchen Beschäftigung abgebaut werden wird. Die Gütertransportunternehmen leiden unter einer verschlechterten Gewinnsituation, da sie die gestiegenen Arbeitskosten aufgrund der starken Konkurrenz aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa nicht mit einer Erhöhung der Beförderungsentgelte ausgleichen können. 

Der Fachkräftemangel in der Region hält an und wird als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung angesehen. An zweiter und dritter Stelle werden die Entwicklungen bzgl. der Kosten für Arbeit und Energie/Rohstoffe genannt. Als Risikofaktor haben damit die Energie- und Rohstoffpreise am stärksten an Bedeutung gewonnen gegenüber dem Vorjahr, was auf den starken Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise in diesem Zeitraum zurückzuführen ist. 

Konjunktur in Deutschland

Konjunkturberichterstattung des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK)

Die Geschäftslage hat sich gegenüber der Vorjahresumfrage in allen Branchen (Industrie, Bau, Handel, Dienstleistungen) deutlich verbessert. Auch die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate sind in allen Branchen nochmal positiver als im Vorjahr. Dies zeigt, dass der Aufschwung in diesem Jahr auf einer breiten Basis ruht. Der private Konsum ist nach wie vor eine Stütze der Konjunktur; dazu kommen in diesem Jahr die sich erholende Weltwirtschaft und die daraus resultierende Auslandsnachfrage, sowie eine sich beschleunigende Investitionstätigkeit.

Diese sich beschleunigende Investitionstätigkeit ist auch den Investitionsplänen der befragten Unternehmen zu entnehmen. Die Unternehmen aller Branchen geben an, ihre Investitionen erhöhen zu wollen. Während die wirtschafts- und geopolitischen Unsicherheiten in den vergangenen Jahren die Investitionstätigkeit gebremst haben, regt die aktuelle Diskussion um Zinserhöhungen in der nahen Zukunft dazu an, aufgeschobene Investitionen nun zu tätigen. Ersatzinvestitionen sind das Hauptmotiv, aber bei Industrie-, Bau- und Handelsunternehmen spielen auch Erweiterungsinvestitionen eine zunehmende Rolle.

Der Aufschwung geht mit einem weiteren Beschäftigungsaufbau einher. Die Unternehmen aller Branchen geben an, die Zahl ihrer Beschäftigten erhöhen zu wollen. Industrie-, Bau- und Handelsunternehmen - für die Erweiterungsinvestitionen an Bedeutung gewonnen haben – planen in noch stärkerem Maße als im Vorjahr, Beschäftigung aufzubauen.

Der DIHK erhöht daher seine Prognose für das Bruttoinlandsprodukt 2017 auf 1,8 Prozent (Prognose Jahresbeginn: 1,6%). Hätte das Jahr 2017 ebenso viele Arbeitstage wie das Vorjahr, würde das Wachstum sogar knapp über 2 % liegen. Der DIHK erwartet, dass gleichzeitig die Anzahl der Erwerbstätigen um 50000 zunehmen wird. 

Als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung wird der Fachkräftemangel gesehen. Gut die Hälfte der befragten Unternehmen sieht im Fachkräftemangel ein Risiko. Bei den Unternehmen, die ihren Personalbestand vergrößern wollen, geben sogar 69 % den Fachkräftemangel als Risiko an.

Das sind die wesentlichen Ergebnisse der DIHK-Konjunkturumfrage vom Frühsommer 2017. Grundlage sind rund 27.000 Unternehmensantworten, die von den Industrie- und Handelskammern ausgewertet worden sind.

Die DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2017 (pdf-Dokument) gibt einen detaillierten Überblick zu den aktuellen Ergebnissen.

Zur schnellen Information über die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland rufen Sie bitte den Konjunkturflyer des DIHK Frühsommer 2017 ab. 

Das Pressegespräch zur Veröffentlichung des Berichtes wurde per livestream übertragen.