Konjunktur

Wie ist die aktuelle Geschäftssituation der Unternehmen? Welche Erwartungen haben die Unternehmer hinsichtlich zukünftiger wirtschaftlicher Entwicklungen? Und wie sieht das innerhalb einzelner Branchen aus? Welche wirtschaftliche Risiken beeinflussen das Handeln der Unternehmen am stärksten? Kurz: Wie ist eigentlich das Konjunkturklima?

Antworten auf diese Fragen finden Sie auf den folgenden Seiten. Wir bieten Ihnen aktuelle und zukunftsgerichtete Informationen zur konjunkturellen Entwicklung in der Region Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald und in Deutschland.

Konjunktur in der IHK-Region Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern zum Jahresbeginn 2021

Die wirtschaftliche Lage der gewerblichen Wirtschaft hat sich im Zuge des 2. Lockdowns wieder verschlechtert. Die Erwartungen bzgl. der Geschäftsentwicklung in den kommenden 12 Monaten liegen unter dem Tiefpunkt des Jahres 2020. Allerdings ist der Rückgang bei den Erwartungen nicht ausschließlich als Abbild einer pessimistischen Stimmung zu verstehen. Zwar drücken Unternehmen mit negativen Erwartungen ihre Sorge aus, dass die Einschränkungen ihrer Geschäftstätigkeit noch länger anhalten könnten. Gleichzeitig melden aber auch solche Unternehmen negative Erwartungen,  die in der Pandemie von einer positiven Sonderkonjunktur profitierten und für das Jahr 2021 von einer Rückkehr zum langjährigen Durchschnitt ausgehen. Ein leicht positives Zeichen setzen auch die Investitionspläne. Zwar sind immer noch die Unternehmen in der Überzahl, die angeben, ihre Investitionsausgaben zu reduzieren, aber ihr Gewicht ist gesunken und wieder mehr Unternehmen planen mit höheren Investitionsbudgets. 

Konjunktur in Mecklenburg-Vorpommern

Gemeinsame Konjunkturberichterstattung der IHKs in Mecklenburg-Vorpommern

Im Zeichen der Coronapandemie starten die Unternehmen Mecklenburg-Vorpommerns in das neue Wirtschaftsjahr. Es ist ein stark differenziertes Bild, das der Konjunkturbericht der IHKs in MV aufzeigt. Der stationäre Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie sowie die Reise- und Freizeitwirtschaft leiden besonders stark unter den Maßnahmen zur Pandemieeindämmung. Das Baugewerbe und die Industrie melden zu einem großen Teil gute Geschäfte. Doch bei der Industrie gibt es auch Schatten. Die Bereiche Luftfahrt, maritime Wirtschaft und Automotive leiden stark unter der Pandemie. Der Konjunkturklimaindex für Mecklenburg-Vorpommern, der die Einschätzungen zur Wirtschaftslage und zu den Erwartungen gleichrangig abbildet, steht bei 97 Punkten. Zum Jahresanfang 2020 lag der Wert noch bei 120 Punkten. 

Konjunktur in Deutschland

Konjunktur auf Bundesebene anhand der IHK-Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2021

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) führt die Umfrageergebnisse von allen 79 IHKs zusammen (rund 30000 Unternehmensantworten). Er leitet daraus sein aktuelles Konjunkturbild sowie eine Prognose für das laufende Jahr für die Bundesrepublik Deutschland her.

Wie in der IHK Region Neubrandenburg hat sich Wirtschaftslage in Deutschland durch den erneuten Shutdown wieder verschlechtert. Besonders davon betroffen sind der Handel und die Dienstleistungen. Innerhalb der Dienstleistungen sind durch den 2. Shutdown insbesondere die Geschäfte des Gastgewerbes, der persönlichen Dienstleistungen und der Veranstaltungsbranche geschädigt worden.

Die Erwartungen der Unternehmen haben sich gegenüber der Umfrage vom Herbst 2020 bundesweit nur geringfügig eingetrübt. Der Saldo ist von -7 auf -9 Prozentpunkte gefallen. In der IHK-Region Neubrandenburg fällt der Rückgang des Erwartungssaldo von -3 auf aktuell -10 Prozentpunkte heftiger aus. Im Bund wirken die Erwartungen der Industrieunternehmen deutlich stabilisierend. Diese profitieren aufgrund ihrer stärkeren Exportorientierung in größerem Maß von der wirtschaftlichen Erholung in Asien.

Wie in der IHK-Region Neubrandenburg hat sich der Investitionssaldo auch im Bund verbessert. Er ist von -15 im Herbst 2020 auf nun -8 Prozentpunkte gestiegen. Die optimistischere Stimmung der Industrieunternehmen im Bund beflügelt ihre Investitionsplanungen, so dass sich Industrieunternehmen mit höheren und niedrigeren Investitionsausgabenplanungen fast die Waage halten.

Im Bund überwiegen die Unternehmen, die von einer sinkenden Mitarbeiterzahl ausgehen deutlich jene, die eine steigende Mitarbeiterzahl erwarten (Beschäftigungssaldo: -9 Prozentpunkte). Der Fachkräftemangel, der bei der Umfrage vor einem Jahr noch an erster Stelle unter den Risiken für die Geschäftsentwicklung genannt wurde, steht nun erst an vierter Stelle nach der In- und Auslandsnachfrage und den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. In der IHK-Region wird er dagegen trotz der pandemiebedingten Wirtschaftskrise immer noch am häufigsten als Risiko genannt. Dies erklärt, weshalb die hiesigen Unternehmen sehr bestrebt sind, ihre Mitarbeiter über die Krise hinweg zu halten. Der Beschäftigungssaldo der IHK-Region ist bei der Umfrage zum Jahresbeginn ausgeglichen.

Der DIHK korrigiert daher seine Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland im Jahr 2021 nach unten. Bei der Prognose im Herbst war von einem Wachstum von 4,0 % ausgegangen, jetzt wird 2,8 % erwartet. Dementsprechend wird die Zahl der Erwerbstätigen nicht um 140.000, wie im Herbst prognostiziert, sondern nur um etwa 60.000 steigen.