Konjunktur

Wie ist die aktuelle Geschäftssituation der Unternehmen? Welche Erwartungen haben die Unternehmer hinsichtlich zukünftiger wirtschaftlicher Entwicklungen? Und wie sieht das innerhalb einzelner Branchen aus? Welche wirtschaftliche Risiken beeinflussen das Handeln der Unternehmen am stärksten? Kurz: Wie ist eigentlich das Konjunkturklima?

Antworten auf diese Fragen finden Sie auf den folgenden Seiten. Wir bieten Ihnen aktuelle und zukunftsgerichtete Informationen zur konjunkturellen Entwicklung in der Region Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald und in Deutschland.

Konjunktur in der IHK-Region Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern im Herbst 2020

Die Stimmung in der Wirtschaft der IHK-Region zeigt sich zwar recht positiv, aber dies darf nicht darüber hinweg täuschen, dass zwei Drittel der Unternehmen noch nicht wieder ihre Geschäftstätigkeit auf dem Vor-Corona-Niveau erreicht haben. Die Unternehmen leiden zum Teil noch stark unter Eigenkapitalrückgang und Liquiditätsengpässen. Die Verunsicherung bezüglich der Entwicklungen in den kommenden 12 Monaten ist groß. Beides zusammen veranlasst die Unternehmen, Investitionen aufzuschieben. Dies bremst ihr Wachstum in den kommenden Jahren. 

Konjunktur in Deutschland

Konjunktur auf Bundesebene anhand der IHK-Konjunkturumfrage zum Herbst 2020

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) führt die Umfrageergebnisse von allen 79 IHKs zusammen (rund 30.000 Unternehmensantworten). Er leitet daraus sein aktuelles Konjunkturbild sowie eine Prognose für das laufende und das kommende Jahr für die Bundesrepublik Deutschland her.

Die Wirtschaftslage hat sich in Deutschland gegenüber dem Frühsommer aufgehellt. Die Einschätzungen liegen allerdings noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau und die Erholung ist weit weniger kräftig als in der IHK-Region Neubrandenburg. Während hier inzwischen mehr als die Hälfte der Unternehmen angeben, dass der Umsatz 2020 höher als oder zumindest in gleicher Höhe wie 2019 ausfallen wird, erwarten dies im bundesdeutschen Durchschnitt nur knapp ein Drittel.

Auch die Erwartungen der Unternehmen sind vorsichtiger im Bundesdurchschnitt. Der Erwartungssaldo (prozentuale Differenz zwischen „Besser“ und „Schlechter“ Meldungen) liegt bei -7 Prozentpunkten (IHK-Region: -3 Prozentpunkte). Erst 21 % (IHK-Region: 34 %) arbeiten wieder in oder über der Vorkrisenauslastung und entsprechend mehr erwarten die Rückkehr zur normalen Geschäftstätigkeit erst für 2021 (D: 30 %; IHK-Region: 24 %) oder sogar noch danach (D: 18 %, IHK-Region 11 %).

Starker Eigenkapitalrückgang und die Verunsicherung bzgl. der zukünftigen Entwicklung dämpfen in ganz Deutschland die Investitionsbereitschaft. Der Investitionssaldo ist mit -15 Prozentpunkten ähnlich negativ wie in der IHK-Region. Die Beschäftigungspläne fallen in Deutschland allerdings deutlich negativer aus. In Deutschland rechnet im Durchschnitt ein Viertel der Unternehmen mit rückläufigen Mitarbeiterzahlen, in der IHK-Region erwarten dies nur 14 %. Während Fachkräftemangel hier noch immer am häufigsten als wirtschaftliches Risiko für die Entwicklung des Unternehmens genannt, sind in Deutschland insgesamt die Inlands- und Auslandsnachfrage aktuell die Top-Risiken.

Der DIHK prognostiziert einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland im Jahr 2020 von 6 %. Damit verbunden ist ein Rückgang der Erwerbstätigen um etwa 415.000. Für das kommende Jahr wird erwartet, dass die Erholung der Wirtschaft von der Pandemie zu einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 4 % führen wird. Die Zahl der Erwerbstätigen wird dann etwa um 140.000 zulegen.