Konjunktur

Wie ist die aktuelle Geschäftssituation der Unternehmen? Welche Erwartungen haben die Unternehmer hinsichtlich zukünftiger wirtschaftlicher Entwicklungen? Und wie sieht das innerhalb einzelner Branchen aus? Welche wirtschaftliche Risiken beeinflussen das Handeln der Unternehmen am stärksten? Kurz: Wie ist eigentlich das Konjunkturklima?

Antworten auf diese Fragen finden Sie auf den folgenden Seiten. Wir bieten Ihnen aktuelle und zukunftsgerichtete Informationen zur konjunkturellen Entwicklung in der Region Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald und in Deutschland.

Konjunktur IHK Neubrandenburg

Wirtschaftsaufschwung hat 2017 an Breite gewonnen und wird sich 2018 fortsetzen

IHK Neubrandenburg (Herbst 2017)

Wie schon im Frühsommer erwartet, hat der Aufschwung in diesem Jahr erheblich an Breite gewonnen. Während das Baugewerbe schon im Herbst 2016 seine Lage sehr positiv beurteilte, klagten Handel und Industrie noch. Seither hat sich die Gewinn- und Auftragslage im Handel und der Industrie stark verbessert. Die aktuelle positive Auftragslage lässt die Unternehmen positiv in die Zukunft blicken. Allerdings erwarten sie, dass das Wachstum angesichts des schon hohen erreichten Niveaus bei zunehmend ausgelasteten Kapazitäten und einer sich immer schwieriger gestaltenden Arbeitskräftesituation niedriger ausfallen wird als 2017. Aufgrund günstiger Finanzierungsbedingungen und einer verbesserten Gewinnlage geben die Unternehmen an, ihre Investitionsausgaben erhöhen zu wollen. Mehr Unternehmen können nun Ersatzinvestitionen durchführen. Die zunehmende Kapazitätsauslastung veranlasst häufiger zu Erweiterungsinvestitionen. Aufgrund des Fachkräftemangels und steigender Arbeitskosten haben Rationalisierungsinvestitionen an Bedeutung gewonnen. Fachkräftemangel und steigende Arbeitskosten schätzen die Unternehmen aktuell als die größten Risiken für ihre Entwicklung ein. Deshalb sind die Unternehmen sehr bestrebt, ihr Personal auf jeden Fall zu halten. Industrie und Baugewerbe wollen sogar weiter Beschäftigung aufbauen. Unser Hauptgeschäftsführer Torsten Haasch fasst die Lage im Kammerbezirk im Video zusammen.

Konjunktur in Deutschland

Konjunktur auf Bundesebene und im IHK-Kammerbezirk Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern anhand der IHK-Herbstumfrage 2017 im Vergleich

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) führt die Umfrageergebnisse von allen 79 IHKs zusammen (rund 27000 Unternehmensantworten). Er leitet daraus sein aktuelles Konjunkturbild sowie eine Prognose für das kommende Jahr für die Bundesrepublik Deutschland her. Wie im IHK-Kammerbezirk Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern hat sich auch auf Bundesebene die Geschäftslage gegenüber der Vorjahresumfrage in allen Branchen (Industrie, Bau, Handel, Dienstleistungen) deutlich verbessert, so dass auch der Aufschwung in Deutschland insgesamt nun auf einer breiten Basis ruht. Ähnlich wie im hiesigen IHK-Kammerbezirk erwarten angesichts ihrer sehr guten Lage weniger Unternehmen eine weitere Verbesserung ihrer Geschäfte als bei der Umfrage vom Frühsommer 2017. Allerdings ist der Saldo der „Besser“ und „Schlechter“ Meldungen auf Bundesebene ist deutlich höher als im Kammerbezirk. Worauf beruht dieser Unterschied in den Erwartungen?

Auf Bundesebene wird die Industrie in den kommenden 12 Monaten das Wachstum treiben, da sie aufgrund der hohen Exportquote besonders von der robusten Weltkonjunktur profitiert. Außerdem ist die deutsche Industrie auf die Herstellung von Investitionsgütern spezialisiert. Diese Ausrichtung kommt ihr aktuell zu Gute angesichts des positiven Investitionsklimas, das durch günstige Finanzierungsbedingungen und eine gute Ertragslage der Unternehmen einerseits und eine hohe Kapazitätsauslastung andrerseits genährt wird. Das Gewicht der Industrie im Kammerbezirk ist nicht halb so groß wie auf Bundesebene und ihre Exportquote ist sehr gering. Außerdem ist sie auf die Produktion von überwiegend häuslich konsumierten Gütern spezialisiert. Die das Wachstum im kommenden Jahr treibenden Kräfte werden somit im Kammerbezirk deutlich schwächer als auf Bundesebene ausfallen. Damit erklären sich die vorsichtigeren Erwartungen im Kammerbezirk. Da der IHK-Konjunkturklimaindikator die Salden der Lage- und Erwartungsbeurteilungen der Unternehmen in einer Zahl abbildet, ist es nun auch verständlich, dass er auf Bundesebene im Vergleich zum Frühsommer 2017 nochmal leicht zugelegt hat, während er im Kammerbezirk leicht zurückgegangen ist.

Der Aufschwung geht mit einem weiteren Beschäftigungsaufbau einher. Im Vergleich zu den anderen Branchen wollen die Industrieunternehmen die Beschäftigung am stärksten erhöhen. Sie sorgen sich zurzeit wenig um die In- oder Auslandsnachfrage und planen vielfach Kapazitätserweiterungen, so dass sie neues Personal benötigen.

Aufgrund der positiven Entwicklungen in diesem Jahr erhöht der DIHK seine Prognose für das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Jahr 2017 auf 2,0 Prozent (Prognose Jahresbeginn: 1,6%). Er erwartet einen Anstieg der Anzahl der Erwerbstätigen um etwa 650000. Für 2018 erwartet der DIHK ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,2 %. Es wird ein starker Impuls von steigenden Ausrüstungsinvestitionen erwartet. Als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung wird auch auf Bundesebene der Fachkräftemangel gesehen. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen sieht darin ein Risiko. Bei den Unternehmen, die ihren Personalbestand vergrößern wollen, geben sogar 73 % den Fachkräftemangel als Risiko an. 

Die DIHK-Konjunkturumfrage Herbst 2017 gibt einen detaillierten Überblick zu den aktuellen Ergebnissen. Zur schnellen Information über die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland rufen Sie bitte den Konjunkturflyer des DIHK Herbst 2017 ab.