Konjunktur

Wie ist die aktuelle Geschäftssituation der Unternehmen? Welche Erwartungen haben die Unternehmer hinsichtlich zukünftiger wirtschaftlicher Entwicklungen? Und wie sieht das innerhalb einzelner Branchen aus? Welche wirtschaftliche Risiken beeinflussen das Handeln der Unternehmen am stärksten? Kurz: Wie ist eigentlich das Konjunkturklima?

Antworten auf diese Fragen finden Sie auf den folgenden Seiten. Wir bieten Ihnen aktuelle und zukunftsgerichtete Informationen zur konjunkturellen Entwicklung in der Region Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald und in Deutschland.

Konjunktur in der IHK-Region Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern zum Frühsommer 2019

Unternehmen sind zuversichtlich für den weiteren Jahresverlauf

Die Stimmung in der Wirtschaft in der IHK-Region ist besser als in Deutschland insgesamt. Dies liegt zum einen daran, dass bundesweit die Industrie ein größeres Gewicht an der Gesamtwirtschaft hat und sie außerdem aufgrund der stärkeren Exportorientierung die weltwirtschaftliche Abkühlung deutlicher zu spüren bekommt.

Außerdem profitieren in der IHK-Region die konsumnahen Branchen wie der Handel und die haushaltsnahen Dienstleistungen von der im Vergleich zum Bundesdurchschnitt starken erwarteten Steigerung der Kaufkraft pro Kopf.

Insbesondere die Branchen Bau, Handel und Dienstleistungen werden die Investitionstätigkeit in der IHK-Region anregen, so dass sich auch insgesamt eine Steigerung der Investitionsausgaben ergeben sollte.

Die Beschäftigung wird nachfragebedingt noch ansteigen. Der Anstieg wird allerdings in allen Branchen, besonders stark aber in der Baubranche, durch den Arbeitskräftemangel begrenzt und hemmt somit die Entwicklungsmöglichkeiten der Region. Die IHK Neubrandenburg setzt sich deshalb dafür ein, das in der Region vorhandene Arbeitskräftepotential noch besser auszuschöpfen (z. B. durch berufsanschlussfähige Teilqualifikationen). Durch den „HeimkehrerTag“, einer Jobmesse direkt nach den Weihnachtsfeiertagen, sollen in den übrigen Bundesländern oder im EU-Ausland Arbeitende zu einer Rückkehr in die Region angeregt werden. Außerdem befürwortet die IHK Neubrandenburg ein Zuwanderungsgesetz, das die Gewinnung von Fachkräften aus Drittstaaten erleichtert.

Konjunktur in Deutschland

Konjunktur auf Bundesebene anhand der IHK-Konjunkturumfrage zum Frühsommer 2019

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) führt die Umfrageergebnisse von allen 79 IHKs zusammen (25000 Unternehmensantworten). Er leitet daraus sein aktuelles Konjunkturbild sowie eine Prognose für das laufende Jahr für die Bundesrepublik Deutschland her.

Die Wirtschaftslage in Deutschland wird nicht mehr so gut beurteilt wie in der Vorumfrage. Gedrückt wird die Lagebeurteilung vor allem von den Industrieunternehmen und hier vor allem von den exportorientierten. Sie spüren die nachlassende Dynamik im Welthandel. Die eher binnenorientierten Wirtschaftszweige Handel und Bau profitieren von einer gestiegenen Kaufkraft, niedrigen Zinsen und hohen öffentlichen und privaten Bauinvestitionen. Die Geschäftserwartungen in Deutschland haben sich gegenüber der Vorumfrage insgesamt eingetrübt, Handel und Baugewerbe blicken allerdings optimistischer auf die kommenden 12 Monate als noch zum Jahresbeginn.

Die verschlechterte Beurteilung der Lage und die eingetrübten Erwartungen haben im Bundesdurchschnitt zu einem Rückgang des Konjunkturklimaindexes von 124 auf 120 Punkten geführt (IHK-Region Neubrandenburg: Anstieg von 129 auf 130 Indexpunkte). Deshalb reduziert der DIHK seine Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland im Jahr 2019 um 0,3 Prozentpunkte auf 0,6 %. Das Wachstumstempo würde sich damit 2019 gegenüber 2018 mehr als halbieren. Der DIHK erwartet einen Zuwachs bei den Erwerbstätigen um 400.000 (zum Vergleich 2018: 572.000). Die DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2019 (pdf-Dokument) gibt einen detaillierten Überblick zu den aktuellen Ergebnissen.